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Bayern-Bus war gestern als Fotomotiv heiß begehrt

Bayern-Bus war gestern als Fotomotiv heiß begehrt

Hohen Besuch hatte gestern die SpVgg. Quierschied. Die A-Junioren des 1. FC Saarbrücken hatten in der Bundesliga die Bayern aus München zu Gast. Die Quierschieder erwiesen sich als bundesliga-taugliche Gastgeber.

 . . . und dann Anstehen an der Kasse. Fotos: Schlichter
. . . und dann Anstehen an der Kasse. Fotos: Schlichter

Das hätten sich selbst die größten Anhänger der SpVgg. Quierschied nicht träumen lassen: Der FC Bayern München kommt in den Ort zu einem Spiel der Fußball-Bundesliga. Zwar waren es "nur" die A-Junioren des Rekordmeisters, die gestern Vormittag im Stadion am Franzenhaus ihre Aufwartung machten, und die spielten dann auch gegen den Nachwuchs des 1. FC Saarbrücken , dennoch kam es an den Kassenhäuschen zu langen Schlangen. Am Ende waren es gut 1000 Zuschauer, die den Weg nach Quierschied gefunden hatten.

"Es war eine tolle Atmosphäre für ein Jugendspiel", schwärmte der Quierschieder CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Meiser , "dem Publikum hat es gefallen, es hat die Leistung beider Mannschaften honoriert. Auch die Bayern-Jungs spielen nicht immer vor so einer großen Kulisse."

Der Bayern-Bus hatte mit der Anfahrt kein Problem. "Als ich in den Ort hineingefahren bin, kam mir die Feuerwehr entgegen. Die habe ich dann nach dem Weg zum Sportplatz gefragt", erzählte Busfahrer Eddie, ein gebürtiger Bonner, der seit sechs Jahren Jugend-, Frauen- und Amateurteams der Bayern chauffiert, "ich darf auch die Profis von der Säbener Straße (dem FC-Bayern-Trainingsgelände, Anm. d. Red.) zum Flughafen fahren, wenn sie zu Auswärtsspielen fliegen." Eddies Bus war auch in Quierschied ein heiß begehrtes Fotomotiv. Wie viele Nachwuchskicker künftig auf Bildern mit Bayerns Cheftrainer Pep Guardiola zu sehen sind, ist dagegen noch offen. Die Söhne der ehemaligen Bundesliga-Profis Maurizio Gaudino und Mehmet Scholl - sie gehören schon zum erweiterten Profi-Kader des Meisters - waren in Quierschied nicht dabei. Doch das störte die Fans nicht. "Da sind einige ganz schön flott auf den Füßen", sagte Bayern-Anhänger Matthias Herbst, "einige von denen haben schon jetzt unglaubliche Qualität." Die ist unbestritten, auch wenn das Ergebnis mit 5:1 für die Gäste am Ende wohl doch etwas zu hoch ausfiel. "Bayern war einfach reifer", meinte Werner Heck, "körperlich, aber auch, was das Fußballspielen angeht. Da merkt man die jahrelange Ausbildung im Internat."

Die Quierschieder waren gute Gastgeber. Sie hatten bereits im Vorfeld alles bundesligatauglich vorbereitet. "Es mussten ein Podest für Fernsehkameras gebaut sowie neue Trainerbänke aufgestellt werden", erläuterte Quierschieds Vorsitzender Lutz Maurer, "und wir mussten einen Doping-Kontroll-Raum einrichten."

Mit einem solchen Zuschauerzuspruch hatten auch die größten Optimisten nicht gerechnet, trotzdem klappte die Versorgung ohne Probleme. Selbst für Bundesliga-Verhältnisse ungewöhnlich: Sieger und Besiegte bekamen im Clubheim ein gemeinsames Mittagessen. Dann machten sich Eddie, die Mannschaft und der Bus wieder auf den Heimweg - den Quierschiedern bleibt ein Bayern-Wimpel als Erinnerung an den Tag, als der Rekordmeister zu einem Bundesliga-Spiel im Ort war. > Spielbericht folgt