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Apfelernte ist diesmal alles andere als rekordverdächtig

Apfelernte ist diesmal alles andere als rekordverdächtig

Quierschied. So krachend voll wie im vergangenen Jahr hängen die Apfelbäume derzeit nicht. Die Ernte fällt diesmal wegen des kalten Winters geringer aus als 2011. Lecker sind die Früchte aber zweifellos. Die ersten Äpfel sind bereits geerntet - und werden zu Saft verarbeitet

Quierschied. So krachend voll wie im vergangenen Jahr hängen die Apfelbäume derzeit nicht. Die Ernte fällt diesmal wegen des kalten Winters geringer aus als 2011. Lecker sind die Früchte aber zweifellos. Die ersten Äpfel sind bereits geerntet - und werden zu Saft verarbeitet. In der kleinen Kelterei des Obst- und Gartenbauvereins Quierschied im Untergeschoss des Jugendheims an der Glashütte begann am Samstag die Keltersaison. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nach einer guten meistens eine schlechtere Saison kommt", sagt Theo Feldmann, der Chef der Quierschieder Obst- und Gartenbauer. Die Bäume bräuchten eine Regenerationsphase. Das sei wie beim Menschen, wenn er Stress hatte, erläutert Feldmann.In der Saison 2011 verarbeitete die Keltertruppe rund 8000 Zentner Äpfel zu 15 000 Liter Saft. "Das war mehr als vier Mal so viel wie im Jahr zuvor", rechnet Feldmann vor. Insgesamt gesehen sei es das beste Ergebnis seit 1999 gewesen. Damals kelterten die Quierschieder Obst- und Gartenbauer 20 000 Liter. Das letzte gute Jahr war dann 2008 mit knapp 12 000 Litern.

Am Samstag stapelten sich in der Kelterei Kisten und Kartons mit rund 40 Zentner Äpfel. Einige davon hatten Feldmann und seine Kollegen am Morgen in verschiedenen Gärten selbst gepflückt. 2011 lieferten die Bürger am ersten Tag fast die dreifache Menge an. "Knapp 120 Zentner hatten wir da", erinnert sich Hans Bost.

In Quierschied gibt es den Saft von den eigenen Äpfeln - da wird nicht gemischt. "Das gefällt unseren Kunden", weiß Feldmann. Das, was am Samstag angeliefert wurde, wird heute Morgen verarbeitet. Dabei schauen die Vorschulkinder aus den drei Quierschieder Kindergärten zu. Sie kommen nacheinander und erfahren dann, wie die Äpfel zu Saft werden. Schon seit Mitte der 30er Jahre betreibt der Verein eine eigene Kelterei. Zuerst war sie im alten Schulhaus in der Ortsmitte, danach in der ehemaligen Steinbergschule, und seit 1984 ist sie in den unteren Räumen des Jugendheimes an der Glashütte untergebracht. In der Steinbergschule, da erlebte der Verein sein Rekordjahr: In einer Saison machten die Keltermeister 42 000 Liter Apfelsaft. Dafür musste die "Kelter-Mannschaft" aber in drei Schichten am Tag, und das über viele Wochen hinweg, arbeiten. Damals wurde der Saft noch in Flaschen abgefüllt. Das ist seit vier Jahren nicht mehr der Fall. Das Getränk wird in so genannte Big-Boxen abgefüllt, die fünf Liter fassen. Darin ist der Saft bis zu drei Jahre haltbar. Für die Männer der Kelterei ist der Abfüllprozess dadurch einfacher geworden, auch das Reinigen der Flaschen entfällt.

Mit dem ersten Tag in der neuen Saison war Theo Feldmann angesichts der diesmal schwach ausfallenden Apfelernte zufrieden. "Die nächsten Anlieferungstermine werden wir rechtzeitig in der Presse bekanntgeben", so der Chef der Keltertruppe. ll

"Nach einer guten Saison kommt meistens eine schlechtere."

Theo Feldmann