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Fischerfest: Angelsportler ärgern sich kräftig

Fischerfest : Angelsportler ärgern sich kräftig

Im Naherholungsgebiet Netzbachtal ist vieles nicht, wie es sein soll.

Wut, Enttäuschung, Hilflosigkeit – In den Augen der Mitglieder des Angelsportvereins Fischbach (ASV) spiegeln sich die verschiedensten Emotionen wieder, wenn sie über ihr Angelrevier am Netzbach- und Absinkweiher zwischen Fischbach und Riegelsberg sprechen. Vor knapp drei Monaten hatten sie sich bereits an die Öffentlichkeit gewandt, weil sie der wilden Müllentsorgung und der Hinterlassenschaften illegaler Partys im Naturschutzgebiet vor den Toren der Landeshauptstadt nicht mehr Herr wurden (wir berichteten). „Nachdem sich die Saarbrücker Zeitung unserer Situation angenommen hatte, gab es ein Gespräch mit Vertretern der Verwaltung“, berichtet Christof Rau, der Vorsitzende des rund 150 Mitglieder zählenden Vereins, „dabei hat Jörg Michel vom städtischen Grünamt hauptsächlich auf den eigenen Personalmangel hingewiesen.“ Einziges Ergebnis des Gesprächs sei bislang ein Anruf des  ZKE gewesen, der  auf Kosten des Vereins einen Müllcontainer aufstellen wollte. „Wir zahlen hier jährlich 1200 Euro Pacht und kümmern uns dazu noch um die Sauberkeit“, so Rau, „warum kann man uns denn nicht einfach ein bisschen unterstützen?“

Die Mitglieder sind nun wieder selbst aktiv geworden. Auf einer selbstgebauten Infotafel führen sie den Passanten den Umweltfrevel mancher Zeitgenossen vor Augen. Mit gelben Markierungsfähnchen wurden die Hinterlassenschaften von Vierbeinern markiert. Mit dem Verrücken von großen Felsblöcken versuchte man, das wilde Parken einzudämmen. Mit dem Erfolg, dass nun Fahrzeuge zeitweise in Zweierreihe auf dem Lieferweg zur nahegelegenen Gaststätte abgestellt werden. „Die Stadt hat uns versprochen, dass auch die Polizei verstärkt ein Auge auf das Gelände haben wird“, erinnert Rau, „doch als ein Mitglied zuletzt die Beamten wegen eines großen Lagerfeuers alarmierte, kamen die zwar raus, fragten aber dann, warum man sie mit einer solchen Bagatelle belastet.“

„Ich komme hierher, um abzuschalten“, erzählte Angler Frank Herres, „es gibt nichts Schöneres, als nach einer stressigen Woche seinen Gedanken mit Blick auf das Wasser freien Lauf zu lassen.“ Doch dazu kommt es immer seltener. Manch uneinsichtiger Hundeliebhaber werfe beim „Stöckchen holen“ das Spielgerät absichtlich nahe der Angler ins Wasser.

Es gibt aber auch vernünftige Zeitgenossen. „Die Glasscherben von zerdepperten Flaschen gefährden ja auch unsere Hunde“, sagte eine Spaziergängerin, die während unseres Ortstermins mit den Angelfreunden ins Gespräch kam. Sie könne die Forderungen der Angler nur unterstützen, fügte die Frau hinzu.