Quierschied: 40 Jahre Tante Emma: Aus Gastro-Szene nicht wegzudenken

Quierschied : 40 Jahre Tante Emma: Aus Gastro-Szene nicht wegzudenken

40 Jahre lang an einem Arbeitsplatz tätig zu sein, ist schon eine Leistung – vier Jahrzehnte einen Betrieb in der Gastronomie aufrecht zu erhalten, ist schon fast großartig. Mit einer großen Fete feierte das Gasthaus Tante Emma vor kurzem dieses Jubiläum. Von Anfang an dabei ist Inhaberin Barbara Stenger, seit 33 Jahren unterstützt sie ihr Lebensgefährte Rudi Siffrin.

„Sie ist die dienstälteste Wirtin in Quierschied“, sagt er merklich stolz auf seine „Chefin“, die sich aus gesundheitlichen Gründen vor kurzem einige Tage Auszeit nehmen musste. Das Lokal in der Fischbacher Straße führte Stenger einst 16 Jahre lang als „Woodhouse“. Der für die 70er Jahre ungewöhnliche Name ging auf den Hund der gelernten Bürokauffrau zurück: Er hieß Woodworker.

Anfang der 90er entsprang ihr die Idee, mit ihrem Lokal in die Ortsmitte von Quierschied zu ziehen, in den ehemaligen Tante-Emma-Laden in der Marienstraße. Gedacht, gekauft – doch wegen der Sanierung des Ortskernes musste sie das Gebäude an die Gemeinde abtreten. Mittlerweile ist genügend Gras über die Sache gewachsen und der große Ärger verflogen. „Nachher war Friede“, bringt es Siffrin auf den Punkt. Doch die Sache hatte auch etwas Gutes: Das „Woodhouse“ wurde komplett renoviert und der Name „Tante Emma“ einfach beibehalten – die Geburt einer Institution im gastronomischen Leben in der Gemeinde.

Einige Gäste kommen bereits seit 40 Jahren hierher. Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft gehen hier ein und aus. Der heutige Landtagspräsident Klaus Meiser – selbst ein „Quierschder“ – nahm in seiner Zeit als Innenminister des Landes die damaligen saarländischen Tatort-Kommissare Kappl und Deininger mit in die Tante Emma. Mit den Schauspielern Maximilian Brückner und Gregor Weber aß er gemeinsam eine Lyoner-Pfanne, erinnert sich Rudi Siffrin zurück. Die Saar-Union veranstaltet hier jährlich ihre Weihnachtsfeier, die Spvgg. kehrt nach Auswärtsspielen regelmäßig hier ein. „Es gibt 1000 weitere Geschichten“, sagt er mit einem Lächeln. Da wäre beispielsweise die zum zehnjährigen Bestehen des „Woodhouse“, als er per Fallschirm vor dem Gasthaus in einer Wanne mit Sahne landen sollte. „Mir war klar, dass die da keine Sahne reinmachen“, erzählt er lachend – doch mit Kuhmist hatte er dann doch nicht gerechnet. Trotz der langen Historie arbeiten die 62-Jährige und ihr 59-jähriger Lebensgefährte weiter daran, Tante Emma gut in Schuss zu halten. So laden die beiden Chefs immer wieder zu Veranstaltungen wie Disco-Schlagerabende oder Rockpartys ein. Zudem wurde die Außenterrasse im Mai vergangenen Jahres komplett renoviert. Kurz später wurde innen gestrichen, die Toiletten wurden erneuert und die Hocker werden bald neu bezogen. „Die Chefin passt immer auf, dass alles in Ordnung ist“, sagt Siffrin.

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