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Jetzt wird es besinnlich in unserer Region
Eine schöne Einstimmung aufs Christenfest

In Quierschied ging der Nikolaus mit einem Engel und Knecht Ruprecht über den Platz, sehr zur Freude der Kinder.
In Quierschied ging der Nikolaus mit einem Engel und Knecht Ruprecht über den Platz, sehr zur Freude der Kinder. FOTO: Iris Maria Maurer
Quierschied/Fischbach. Weihnachtsmärkte in Quierschied und auch in Fischbach mit viel Publikum und einem stimmungsvollen Programm. Von Stefan Bohlander

An der Kirche vorbei stapft der Nikolaus zur Mitte Quierschieds. Erste Kinder laufen auf den Mann in Rot zu, bleiben stehen, mustern ihn schüchtern. Dann wird die Traube aus Vätern, Müttern und ihren Sprösslingen immer größer. Das flankierende Engelchen greift in den Sack, zieht die Weckmänner heraus und verteilt sie. Die Kinderaugen beginnen zu strahlen, während Knecht Ruprecht mit seinem langen Holzstab fast schon bedrohlich ausschaut. Doch nähert man sich ihm, merkt man, dass der verkleidete Mann sympathisch lächelt. Es ist Dirk Götzinger, Vorsitzender des Karnevalsvereins „Die Quierschder Wambe“. „Ich wollte der böse Mann sein“, sagt er  und lacht.


Auf dem Weihnachtsmarkt, der sich auf dem Triebener Platz und ums Rathaus herum verteilt, haben sich gegen Abend schon zahlreiche Quierschder eingefunden. Sie stehen an den weihnachtlich dekorierten Buden, essen Pulled Pork Burger vom Turnverein, Schmalzbrote und Käsesuppe beim Mandolinen- und Gitarrenverein oder probieren von den beinahe legendären Zimtwaffeln und weiteren Weihnachtssüßigkeiten vom Kneippverein. Nicht dabei sind unter anderem das Jugendzentrum und die Gemeinschaftsschule, wie Karl-Heinz Lander erzählt. Der Beigeordnete der Gemeinde erklärt, dass Letztere absagen musste, weil sie parallel zu ihrem Tag der offenen Tür eingeladen hatte. Lander klärt auch darüber auf, wieso der Markt in Quierschied zeitgleich zu dem im Gemeindebezirk Fischbach-Camphausen stattfindet. Das sei alle paar Jahre der Fall, da ein Markt am ersten Samstag im Dezember stattfinde und der andere am Samstag vor dem ersten Advent.

Szenenwechsel. Vor der Fischbachhalle ist ebenfalls heftiges Treiben. Gerade laufen Gabriel Schuh und Tim Jung als Nikolaus und Knecht Ruprecht über den Weihnachtsmarkt in Fischbach-Camphausen. Auch sie verteilen Weckmänner und auch sie werden von den beschenkten Kindern umringt. Im Hintergrund stimmen die Kindergartenkinder der Kita Pusteblume „Stiefel raus, morgen kommt der Nikolaus“ von Rolf Zuckowski an. Es folgen die Grundschulkinder, die ebenfalls leidenschaftlich weihnachtliche Lieder schmettern.



„Donnernder Applaus für unsere Kleinsten“, animiert Ortsvorsteher Norbert Schmidt zum Klatschen. Das muss er gar nicht großartig, denn Mamas, Papas, Opas und Omas sind bester Laune ob der Darbietungen ihres Nachwuchses. Während der Regen leise nieselt, schnappen sie sich ihre Handys und halten die großen Momente ihrer Kleinen digital fest. Norbert Schmidt zeigt sich soweit zufrieden mit dem Besucherstrom und stört sich ebenfalls nicht am stärker werdenden Regen. Zur Eröffnung in Quierschied habe es geheißen, in Fischbach könne es ruhig regnen. Da stehe man drüber, so der Ortsvorsteher schmunzelnd, denn „das haben wir umgekehrt genauso gesagt“.

Die Zahl von elf Ständen habe man halten können. Es seien zwar zwei Vereine abgesprungen, dafür aber auch zwei nachgekommen. Darunter „Die Fischbachtaljäger“. Dabei handelt es sich – wie es der Name bereits vermuten lässt – um eine lose Vereinigung von Jägern aus dem Fischbachtal, wie Anja Schneider erzählt. Sie ist eine der Jägerinnen, die „einfach Spaß an Gesellschaft“ hat, wie sie erklärt. Man wolle sich etwas bekannter machen, deswegen präsentiere man sich hier. Dazu biete man Wildschwein-Salami und Bratwürste an. Selbst erlegt und vom Metzger zubereitet, erklärt sie. Die Gulaschsuppe vom Wildschwein habe man hingegen selbst zubereitet. Die „Bastelgruppe“ der Fischbachjäger veräußert zudem selbst gemachten Eierlikör und selbst gestaltete Adventskränze.