Zusammenhalt ist so stark wie nie

„Bisher ist es optimal für uns gelaufen“, sagt Hans-Werner Müller zur Vorrunde des HSV Püttlingen. Seine Mannschaft überwintert nach dem 30:18 (14:12)-Sieg gegen den HCS Saarbrücken vielleicht sogar auf Rang drei.

Im Saarderby der Handball-Oberliga haben die Damen des HSV Püttlingen am Donnerstagabend vor heimischer Kulisse den HCS Saarbrücken mit 30:18 (14:12) vom Parkett gefegt. "Wir können jetzt einen dicken Haken hinter die Vorrunde machen. Bisher ist es optimal für uns gelaufen", sagte HSV-Trainer Hans-Werner Müller zufrieden. Seine Mannschaft steht mit 17:9 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Sollten die DJK Bretzenheim und TV Bassenheim ihre Spiele an diesem Wochenende nicht gewinnen, würde Püttlingen auf dem dritten Rang überwintern.

Dass es gegen den Tabellenletzten Saarbrücken so deutlich werden würde, war nach der ersten Halbzeit nicht zu erahnen. Der Aufsteiger bot dem HSV mit einer starken Deckung und präzisen Abschlüssen Paroli und ließ den Rückstand nie größer als drei Tore werden. Püttlingen ging mit einer 14:12-Führung in die Kabine. Der HCS, der bis dahin nicht wie ein Abstiegskandidat spielte, wurde nach dem Seitenwechsel dann aber überrollt. Den Saarbrückerinnen gelang nichts mehr. Sage und schreibe 21 Minuten und 5 Sekunden benötigten sie in der zweiten Halbzeit, um ihr erstes Tor nach der Pause zu erzielen.

"Wir haben das Spiel schon fünf Minuten nach dem Wechsel verloren. So etwas wie heute habe ich noch nie erlebt. Meine Mannschaft war nicht auf dem Feld", sagte der ratlose HCS-Trainer Ludwig Wiltz. Er suchte nach einer Erklärung: "Unsere Leistung in der ersten Halbzeit war in Ordnung. Aber wenn es ans Gewinnen geht, brennen bei uns alle Sicherungen durch. Das ist reine Kopfsache. So etwas kann man nicht trainieren. Wenn wir in den letzten zehn Minuten einbrechen, ist das Okay. Dann liegt es an der Kondition. Aber das heute ist unerklärlich." Die einzigen HCS-Spielerinnen, die Normalform erreichten, waren Claudine Bendun und Lea Herrmann im Tor. Sie alleine hinderten die schnell kombinierenden und sicher in der Abwehr stehenden Püttlingerinnen nicht daran, den HCS auseinander zu nehmen. Beste Werferin der Partie war Blerta Ilazi, die neun Mal für den HSV traf. Alexandra Bos schaffte vier Tore für den HCS.

"Wir waren in der ersten Halbzeit nicht konzentriert genug und haben gegen eine Mannschaft, die kaum aus dem Rückraum kommt, viel zu offensiv verteidigt. Nach der Halbzeit lief es deutlich besser. Auch weil der HCS dann mit einer offensiven Deckungsvariante agiert hat. Das war gegen meine schnellen Spielerinnen am Ende tödlich", erklärte HSV-Trainer Müller. Er zog zum Ende der Hinrunde ein positives Zwischenfazit: "Ich bin absolut zufrieden mit der Tabellensituation. Wir haben eine gute Ausgangslage für das neue Jahr. Was den mannschaftlichen Zusammenhalt angeht, ist meine Truppe so stark wie nie."

Der HCS Saarbrücken bleibt über die Winterpause mit 3:23 Punkten als Tabellenletzter auf dem einzigen Abstiegsplatz. "Wir müssen über die spielfreien Tage den Kopf freibekommen. Nur dann können wir an der Situation etwas ändern", erklärte Wiltz. Mit zwei Punkten mehr und einem Spiel weniger steht vor seiner Mannschaft der TV Moselweiß, der an diesem Sonntag beim Tabellenfünften TV Bassenheim spielt.