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Zitherverein Pürttlingen feiert mit originellen Mundart-Liedern

Konzert und Jubiläum : Zitherverein feiert mit originellen Mundart-Liedern

Seinen 125. „Geburtstag“ feierte der Zitherverein Püttlingen mit einem ungewöhnlichen Konzert im Kloster Heilig Kreuz. Denn dazu gab es Texte in Püttlinger Mundart des aus Püttlingen stammenden Autors Friedrich Ebert und auch eigens komponierte Melodien des bayrischen Komponisten Bernhard Lederer: Im Wechsel wurden Eberts Gedichte, Musik vom Zitherverein und die Lieder des „Dreigesangs“ (Caroline Ferdinand, Andrea Blum-Schröter, Dorothe Schmidt) präsentiert.

Höhepunkt waren Bernhard Lederers Lieder nach Texten von Friedrich Ebert, die ihre Uraufführung erlebten. „Neben dem ‚Chrischkinnschin’ und dem ‚Weltfrucht-Gedicht’ begeisterte das ‚Schlooflied for et Jesuskind’, modern anmutende Literatur, recht schwierig zu singen, aber  gekonnt vorgetragen“, schildert für den Zitherverein Erich Keller, der im Anschluss an das Konzert eine Gesprächsrunde mit den Gestaltern des Abends moderierte.

Man sieht Ihnen Ihr Alter gar nicht an“, scherzte der Moderator mit Hans-Dieter Speicher, der „seinen“ Verein nun ins 125. Jahr geführt hat. Es gelte immer wieder, meinte der Dirigent, die Leute anzusprechen und aufs Neue zu motivieren. In zahlreichen Veranstaltungen, über das ganze Jahr verteilt, musiziere man vielseitig – von Alter Musik bis zur Romantik, aber auch die Moderne und alpenländische Melodien gehörten zum Repertoire.

Mundartautor Friedrich Ebert berichtete über geschichtliche Bezüge zwischen dem Köllertal und dem Alpenland – war doch dieser Teil des Saarlandes nach dem Dreißigjährigen Krieg fast völlig entvölkert und wurde auch aus südlichen Landen neu besiedelt. Es sei denkbar, dass damit auch das Zitherspielen an die Saar gekommen sei. Er würdigte zudem Altbürgermeister Rudolf Müller, der die Idee zu dieser Veranstaltung gehabt und umgesetzt habe.

Fast als Ehrengast konnte man den bayrischen Komponisten Bernhard Lederer ansehen, der eigens zu diesem Konzert angereist war. Zur Gestaltung volkstümlicher Musik, so Lederer, brauche man nicht unbedingt Zwiebeltürme und Barockaltäre, auch eine moderne Kirche könne, wie hier im Kloster Heilig Kreuz, einen attraktiven Rahmen bieten. Es habe ihm Freude gemacht, drei Lieder von Friedrich Ebert zu vertonen, obwohl ihm der Dialekt erst fremd vorgekommen sei. Aber zwischen den Zeilen habe man die Absichten des Autors leicht erkennen können.  Der Gast aus Bayern zeigte sich begeistert von der musikalischen Qualität des Konzerts. Eine CD davon gibt es  bei den Mitgliedern des Zithervereins und im Klosterladen.