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Wo mit viel Mähen gemäht wird - Schafe pflegen Püttlinger Landschaft

Schafe als Landschaftspfleger : Wo mit viel Mähen gemäht wird

Hildegard Schaubs Schafe kommen immer dort zum Einsatz, wo vierbeinige Landschaftspfleger gebraucht werden.

„Sunny“ und „Frau Strupp“ hören auf die zuweilen strengen Kommandos ihrer Herrin. Hildegard Schaub läßt ihre beiden Hunde, ein Schafpudel und ein Border Collie, nicht aus den Augen. Haben die beiden doch eine wichtige Aufgabe: Sie hüten, zusammen mit ihrer Halterin, eine Gruppe Waldschafe. Die Waldschafe seien eine sehr genügsame Rasse, wie dafür geschaffen, am Geisberg in Püttlingen für Ordnung zu sorgen, sagt die Fachfrau. Die Truppe von Hildegard Schaub versucht, etwas Struktur in die Wildnis zu bringen, hält Brombeeren und Wildwuchs kurz, knabbern zähes Gestrüpp, Hecken, Wildrosen und Gras ab.

Abseits der Köllerbachaue, wo die großen Büffel und Rinder weiden, am Geisberg, sorgen die etwas kleineren Huftiere dafür, dass die Püttlinger Landschaft nicht verbuscht – und so ganz nebenbei fördern sie damit die Artenvielfalt in der Köllertalstadt. Neben dem stationären Waldschafprojekt des Natur- und Vogelschutzvereins Püttlingen im Mühlengrund gibt es nämlich noch die mobile Schafherde von Hildegard Schaub. Die insgesamt 20 Waldschafe gehören zu dem Beweidungsprojekt, das 2018 vom Runden Tisch Landschaft ins Leben gerufen wurde und von Hildegard Schaub betreut wird. Als mobile „Mähtruppe“ wechselt ihr Standort. So grasen sie auf städtischen und privaten Flächen, wie im Erbachtal oder aktuell am Geisberg.

Die alten, vom Aussterben bedrohten Landschaf-Rassen machen dabei vor kaum einem Gewächs halt: Neben Brombeeren, Wildrosen oder Gras stehen Weißdorn, aber auch Disteln und Brennnesseln auf ihrem Speiseplan. Die Ernährung ist ganz auf das Beweidungsareal abgestimmt – auf dem Speiseplan stehen nur Pflanzen, Kräuter oder Gräser aus der unmittelbaren Umgebung. Das macht sie zu idealen Tieren für Beweidungsprojekte. Wenn es ausnahmsweise mal zusätzlich Kraftfutter gibt, dann ist das den Muttertieren nach den ersten Tagen der Geburt vorbehalten. Was den Schafen jedoch gar nicht gut tut, ist mitgebrachtes Essen, wie beispielsweise Brot. Dann was von Passanten und Besuchern vielleicht als nette Geste gemeint ist, kann bei den Tieren schwere gesundheitliche Folgen haben oder gar zum Tod führen. Daher sollten Besucher unbedingt davon absehen, den genügsamen Tiere zusätzliches Futter zu geben.

Aktuell besteht die Herde aus weißen gehörnten Heidschnucken (ein Muttertier mit Lamm), grauen gehörnten Heidschnucken (ein Muttertier mit Lamm) sowie weißen und braunen, behornten und unbehornten Waldschafen. Insgesamt umfasst die Herde neun Muttertiere, zehn Lämmer und einen Bock.

Die Püttlingerin Hildegard Schaub arbeitete früher als Journalistin, unter anderem auch für die Saarbrücker Zeitung. Sie kümmert sich täglich ehrenamtlich mehrere Stunden um die Tiere, tränkt sie und pflegt die Einzäunung. „Für mich“, so die Tierfreundin, „ist dieses Projekt Beruf und Berufung zugleich.“