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Wo einst Blumen blühten, soll es zwitschern

Wo einst Blumen blühten, soll es zwitschern

Bald können sie in der Alten Gärtnerei zwitschern, die geretteten Vögel aus dem ganzen Saarland: Der Püttlinger Stadtrat hat sich auf den Standort der Wildvogelauffangstation festgelegt und überlässt ihn 20 Jahre den Betreibern.

Der Püttlinger Stadtrat hat bei seiner Sitzung in der Stadthalle die Standortfrage der zentralen Wildvogelauffangstation für das Saarland (WiVo) in Püttlingen entschieden. Die Übergangslösung Haus Waldkauz hat der Rat dabei mehrheitlich als Dauer-Standort abgelehnt und dem langfristigen Standort Alte Gärtnerei zugestimmt.

Der Rat hat damit Bürgermeister Martin Speicher ermächtigt, den Kooperationsvertrag zur dauerhaften Nutzung der Alten Gärtnerei als WiVo mit den Trägern der Einrichtung abzuschließen. Mietsache sind laut Verwaltungsvorlage das erste Obergeschoss der Gärtnerei, Gewächshäuser und angrenzende Zufahrt mit Garage, welche die Stadt dem Träger für einen Zeitraum von 20 Jahren unentgeltlich verpachtet.

Im Gegenzug ist die Stadt Empfänger des Landeszuschusses in Höhe von 150 000 Euro, der Träger bleibt für das Einhalten der "Zweckbindungsfrist" des Zuschusses verantwortlich. (Heißt: Sollte der "Zweck" der Anlage, also die Vogelstation, vor Ablauf der Frist aufgegeben werden, dann muss der den "Restjahren" entsprechende Teil des Landeszuschusses zurückgezahlt werden.)

Diese Zweckbindungsfrist machte Stadtratsmitglied Marc Oehlenschläger (Partei "Demokratische Bürger Deutschlands") Sorgen. Seiner Auffassung nach könnten Zuwendungsempfänger - also die Stadt - und Träger nicht verschiedene Institutionen sein - Träger und somit Betreiber der Anlage sind voraussichtlich der Naturschutzbund (NABU) Köllertal und der Natur- und Vogelschutzverein Püttlingen-Ritterstraße.

Wegen seiner Bedenken hatte Oehlenschläger Akteneinsicht bezüglich aller Vorgänge zum Kooperationsvertrag "Wildvogelauffangstation" beantragt. Es gehe ihm dabei nicht darum, jemanden eine Schuld zuzuweisen, sondern die Historie nachzuvollziehen und aus möglichen Fehlern zu lernen.

"Es ist in unserem Rat gute Sitte, dem zuzustimmen, wenn ein Mitglied Akteneinsicht zu einer Sache verlangt", so Sozialdemokratin Denise Klein in der Aussprache vor der Ratsabstimmung. 13 Stadtratsmitglieder stimmten dann auch tatsächlich für Oehlenschlägers Antrag, der Rest enthielt sich der Stimme. Das Interesse weiterer Stadtratsmitglieder an einer Akteneinsicht ist überschaubar. Lediglich Sigurd Gilcher von den Linken zeigte sich aufgeschlossen dafür.