Windel voll = Kasse leer

Püttlingen. "Wozu braucht Püttlingen einen Windelbonus?" Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Flyer. Die Mütter Tamara Herrmann, Myriam Zöllner, Mandy Benashvili und Isabel Graf mit ihren Kindern drückten am Dienstag beim Bürgerempfang dieses Positionspapier dem Püttlinger Verwaltungsleiter Martin Speicher in die Hand

Püttlingen. "Wozu braucht Püttlingen einen Windelbonus?" Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Flyer. Die Mütter Tamara Herrmann, Myriam Zöllner, Mandy Benashvili und Isabel Graf mit ihren Kindern drückten am Dienstag beim Bürgerempfang dieses Positionspapier dem Püttlinger Verwaltungsleiter Martin Speicher in die Hand. Plus einer Unterschriftenliste, die die Elterninitiative "Hand in Hand" Püttlingen gesammelt hatte.Drei bis fünf Windeln braucht ein Kleinkind normalerweise am Tag. Eine kostet um die 20 Cent. Windeln für inkontinente Erwachsene kosten naturgemäß mehr. "Um nicht missverstanden zu werden: Uns geht es nicht darum, dass uns die Stadt die Windeln für unsere Kinder bezahlt", sagt Mandy Benashvili. Vielmehr gehe es um eine Reduzierung der Müllgebühren, denn: "Müllentsorgung kostet Geld."

Über die Basisbeträge für die jährlichen Mindestleerungen hinaus belaste jede zusätzliche Leerung den Haushalt mit 6,74 Euro beim Restmüll, beziehungsweise 1,59 Euro bei der Biotonne. Das sei nicht gerecht, sagt die Initiative. Denn Familien mit Kindern und Haushalte mit pflegebedürftigen Personen wüssten nur allzu gut um das zusätzliche Müllvolumen, das, aufs Jahr gesehen, ihr Budget belaste.

Andere saarländische Städte und Gemeinden hätten deshalb bereits den Windelzuschuss eingeführt. "Ein Windelbonus kann ein Zeichen setzen: Dafür, dass die Gemeinden anerkennen, welche Leistungen in den Familien erbracht werden, sei es bei der Pflege von Angehörigen, sei es bei der Erziehung von Kindern", heißt es im erwähnten Flyer. Und: "Ein Windelbonus setzt ein Zeichen dafür, dass auch die Kleinen und die Schwachen in unserer Gesellschaft ihren Platz und ihre Bedeutung haben. Ein solches Zeichen wünscht sich die Elterninitiative 'Hand in Hand' auch für Püttlingen", heißt es im erwähnten Flugblatt.

Bürgermeister Speicher nahm die Unterschriftenliste in Empfang, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die Entscheidung über den Windelbonus nicht bei ihm beziehungsweise seiner Verwaltung liegt, sondern beim Püttlinger Stadtrat mit seinen zuständigen Ausschüssen. Nun werde er die Unterschriftenliste mitsamt dem Appell der Elterninitiative an die im Püttlinger Stadtrat vertretenen Fraktionen zur Beratung weiterreichen.

Zu bedenken sei im Zusammenhang mit dem geforderten Windelbonus sicherlich die nicht gerade rosige Haushaltslage der Stadt. Mit anderen Worten: Wenn es denn im Stadtrat zur politischen Entscheidung für den Windelzuschuss komme, müssten sich die Ratsvertreter auch darauf verständigen, wo und wie sie die dafür nötigen Haushaltsmittel hernehmen, so sinngemäß der Verwaltungschef.