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Willkommen im Wunderland

Köllerbach. Samstag, 17.19 Uhr, auf dem Kunstrasen der Sportfreunde Köllerbach: Soeben hat Schiedsrichter Ingo Kreutz aus Alflen das Saar-Derby der Fußball-Oberliga Südwest zwischen Köllerbach und dem SV Hasborn abgepfiffen. Und die Köllerbacher Spieler, sie tanzen im Kreis. Ausgelassen. Siegestrunken. Torhüter Sebastian Grub verpasst seinem Trainer Melori Bigvava eine erste Sektdusche Von SZ-Mitarbeiter Stefan Holzhauser

Köllerbach. Samstag, 17.19 Uhr, auf dem Kunstrasen der Sportfreunde Köllerbach: Soeben hat Schiedsrichter Ingo Kreutz aus Alflen das Saar-Derby der Fußball-Oberliga Südwest zwischen Köllerbach und dem SV Hasborn abgepfiffen. Und die Köllerbacher Spieler, sie tanzen im Kreis. Ausgelassen. Siegestrunken. Torhüter Sebastian Grub verpasst seinem Trainer Melori Bigvava eine erste Sektdusche. Ja, es ist vollbracht: das Wunder von Köllerbach. Die Sportfreunde, in der Winterpause abgeschlagen am Tabellenende, haben durch den 2:0 (0:0)-Heimsieg gegen Hasborn vorzeitig den Klassenverbleib perfekt gemacht.Die beiden alles entscheidenden Treffer fielen allerdings erst sehr spät. Es lief bereits die 88. Minute, als Dominik Groß bei einem Freistoß aus halbrechter Position genau den Kopf von Angreifer Jens Hartz fand. Und der setzte sich in der Luft gegen Hasborns Marco Wallscheid durch: das 1:0. Die Erlösung an der Burg. Und nur wenige Sekunden später tankte sich auf der rechten Seite Davit Bakhtadze gegen Wallscheid durch und flankte gefühlvoll in die Mitte. Dort lauerte erneut der Ex-Elversberger Hartz und ließ mit seinem Flugkopfball Hasborns Schlussmann Jörg Henkes keine Abwehrchance. "Nun steht es fest: Wir spielen auch in der kommenden Saison in der Oberliga. Das habt ihr super gemacht, Jungs. Jetzt feiert schön", gab Stadionsprecher Horst Weiland übers Mikrofon durch. "Ich habe heute keine einzige Sekunde gesessen und war sehr aufgeregt. Zur Winterpause hatte ich nicht mehr an den Klassenerhalt gedacht. Peter Groß hat sehr gut eingekauft, und Melori Bigvava eine tolle Arbeit abgeliefert", sagte der Stadionsprecher.Die beiden so Gelobten strahlten ebenfalls übers ganze Gesicht. "Ich bin überglücklich, dass wir bereits zwei Spieltage vor Saisonende die Klasse halten konnten. Weder im gesamten Saarland noch in Rheinland-Pfalz hat zur Winterpause jemand an uns geglaubt. Aber alle im Verein haben super mitgezogen", sagte Bivgava.Und auch dem sportlichen Leiter Groß waren die gerade abgelaufenen 90 Minuten sehr nahe gegangen. "Mein großes Dankeschön gilt Melori Bigvava. Er hat die Jungs in der Vorbereitung nach der Winterpause richtig hart rangenommen und vor allem die Neuzugänge schnell integriert. Wir sind zu einer Einheit zusammengewachsen. Was hier geleistet wurde, ist einfach nur sensationell", meinte Groß. Steven Schank, der in der Rückrunde bärenstark aufspielte und in dieser Verfassung nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken ist, wagte unmittelbar nach Spielende sogar einen Vorausblick auf die kommende Saison: "Wichtig ist, dass die Mannschaft gehalten wird. Ich selbst bleibe auf jeden Fall in Köllerbach. Wir wollen in der nächsten Runde von Anfang an eine gute Rolle spielen."Ein Spieler, mit dem jetzt die Verhandlungen konkret anlaufen, ist Sebastian Grub. "Mir gefällt es hier sehr gut, und es stimmt im gesamten Umfeld", ließ der im Winter vom FC Homburg gekommene Torhüter durchblicken, dass er eventuell bleiben wird. Doch das war am Samstag für viele, viele Stunden zweitrangig.