| 15:57 Uhr

Ortstermin mit der SZ
Unkraut, so weit das Auge reicht

Manfred Aulenbacher rückt dem Wildwuchs in der Püttlinger Behringstraße zu Leibe.
Manfred Aulenbacher rückt dem Wildwuchs in der Püttlinger Behringstraße zu Leibe.
Püttlingen. Die Stadt Püttlingen kümmere sich nicht um ihr Grundstück in der Behringstraße, klagt das Ehepaar Aulenbacher. Die SZ war vor Ort. Von Walter Faas

Dem einen ist es eine Herzenssache, dem anderen eine lästige Pflicht: das Kehren des Bürgersteiges. Dafür erlassen die Gemeinden sogar Satzungen, auch die Stadt Püttlingen hat so eine. Hält sich aber selbst nicht immer daran, wie das Ehepaar Angelika und Manfred Aulenbacher der SZ dieser Tage in der Püttlinger Behringstraße zeigte.


Aulenbachers Einfamilienhaus grenzt an ein städtisches Grundstück, das, wohl aufgrund mangelnder Größe, kaum bebaut werden kann. „Jeddsd gugge Sie sich móó den Dschungel dóó óón!“, sagen die Aulenbachers. In der Tat: Brombeerhecken, Disteln, Brennesseln, Schößlinge, dazwischen liegt Unrat. In der Kehrrinne wächst Gras 20 Zentimeter hoch über die Länge des ganzen Grundstückes. Rechts und links davon haben Anwohner ihre eigenen Ablaufrinnen mehr oder weniger penibel sauber gehalten, so weit zum Thema Kehrpflicht. Aulenbacher: „Wir beschweren uns seit Jahren bei der Verwaltung, bisher leider erfolglos. Jetzt hilft nur noch die Presse.“

Rainer Stein, technischer Leiter Eigenbetrieb der Stadt, und Dieter Thinnes, SPD-Stadtratsmitglied, waren beim Beschwerdetermin zufällig vor Ort. Thinnes: „Der Mann hat recht. Das ist kein Zustand.“ Die Saarbrücker Zeitung hat Stein gebeten, aus Sicht der Stadtverwaltung zu den Zuständen in der Behringstraße Stellung zu nehmen – hier seine Aussagen: Erst im Frühjahr sei die Fläche von Hecken und Gestrüpp befreit und auch mit Rasen eingesät worden, der aber aufgrund der trockenen Witterung in diesem Jahr nicht wie gewünscht anwachsen konnte. Stein: Stattdessen hätten sich weniger atttraktive Ruderalpflanzen (von lateinisch rudus gleich Erz, Stein, Schutt, umgangssprachlich als Unkraut bezeichnet) ausgebreitet, die zu den Beschwerden der Anlieger geführt haben.



Es sei aber dem Baubetriebshof der Stadt zeitlich und personell „leider“ nicht immer möglich, alle städtischen Grünflächen gleichermaßen zu pflegen. Stein: „Die Beschwerden von Herrn Aulenbacher sind natürlich nachvollziehbar. Die Grünfläche konnte dann auch umgehend am Folgetag wieder in einen ordentlichen Zustand gebracht werden.“