Heut’ noch soll die Glocke werden ... : Wie Kirchenglocken entstehen

Bewunderung für das alte Handwerk schwingt in Pfarrer Conrads Stimme mit, wenn er berichtet, dass Kirchenglocken auch heute noch wie vor Hunderten Jahren gegossen werden. Die Grundformen richten sich dabei nach dem Klang, den die Glocke erzeugen soll.

Jede Gießerei hat dafür eigene „Rippen“, also Schablonen des Querschnittes jeder Glocke. Nach deren Maß wird die Innenform gemauert. Die Steine erhalten dann einen Überzug aus mit Pferdehaaren durchmischtem Lehm. Es folgt eine Wachsschicht, deren Form der künftigen Glocke entspricht, dann für die Außenschale wieder Lehm und Mauerwerk. Durch Erhitzen wird das Wachs verflüssigt und abgelassen. Schließlich wird das flüssige und somit mindestens 1100 Grad heiße Kupfer durch spezielle Öffnungen in den Hohlraum gegossen – aus Tradition und wegen der Gefährlichkeit noch heute unter Begleitung von Gebeten.