Wenn jede Sekunde zählt

Püttlingen. Ein Schlaganfall dauert meist nur wenige Sekunden, die Folgen können allerdings schwerwiegend sein. Um besser über die Krankheit informiert zu sein, die jährlich rund 200 000 Deutsche wie aus heiterem Himmel trifft und in einem Drittel der Fälle tödlich endet, lud das Knappschaftskrankenhaus Püttlingen zu einem Infoabend ein

Püttlingen. Ein Schlaganfall dauert meist nur wenige Sekunden, die Folgen können allerdings schwerwiegend sein. Um besser über die Krankheit informiert zu sein, die jährlich rund 200 000 Deutsche wie aus heiterem Himmel trifft und in einem Drittel der Fälle tödlich endet, lud das Knappschaftskrankenhaus Püttlingen zu einem Infoabend ein. Unter dem Motto "Schlaganfall - jede Sekunde zählt" klärte der Chefarzt der Püttlinger Neurologie, Dr. Helmut Jäger, die Zuhörer über die Vorbeugung, Ursachen, das richtige Handeln im Notfall und anschließende Behandlungsmöglichkeiten auf. Der Schlaganfall, eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns durch Verschluss eines Blutgefäßes oder eine Blutung, kann jeden gesunden Menschen, ob jung oder alt, wie aus heiterem Himmel treffen. Oft sind es plötzliche Lähmungserscheinungen, Sprach- oder Sehstörungen, Amnesie oder auch massive Kopfschmerzen und heftiger Schwindel, die als Symptome vorangehen. Handelt es sich dann in der Tat um einen Schlaganfall, muss der Betroffene so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden. "Da das Gehirn unser wichtigstes Organ ist und als Schaltzentrale für den gesamten Organismus arbeitet, gibt es kaum eine andere Krankheit, bei der schnelles Eingreifen so wichtig ist", erklärt Dr. Jäger. "Bei einem Verdacht auf Schlaganfall fährt man besser einmal zu oft ins Krankenhaus oder ruft die 112 an, als einmal zu wenig." Meist wird zuerst der Hausarzt angerufen oder es wird abgewartet, ob die Symptome wieder verschwinden. Genau diese Vorgehensweise ist falsch, da wertvolle Zeit verloren gehen kann. Denn auch im Krankenhaus müssen erst diverse zeitintensive Untersuchungen absolviert werden, bevor ein Eingriff stattfinden kann, eine Computertomografie des Gehirns ist dort genauso notwendig, wie EKG, Ultraschall und das Bestimmen der Laborwerte. Als Obergrenze gibt Dr. Jäger die Zeitspanne von drei Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome an, um keine irreparablen Schäden davonzutragen. "Leider kommen nur fünf Prozent der Patienten rechtzeitig in die Klinik", warnt der Experte. Steht nach allen Voruntersuchungen fest, dass eine Arterie durch eine Verengung oder ein Blutgerinnsel verstopft ist, was als häufigster Auslöser für einen Schlaganfall gilt, wird sofort gehandelt. Als beste und schnellste Therapieform wird dann die so genannte "Lyse" angewandt, eine medikamentöse Behandlung, die das Blutgerinnsel auflösen soll. In Püttlingen ist man auf den Ernstfall gut vorbereitet. Der Diagnose Schlaganfall komplett vorzubeugen hält Dr. Jäger für möglich, indem man den bekannten Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Rauchen entgegengewirkt. "Gefährlich sind ebenso die erhöhten Blutfettwerte durch falsche Ernährung. Auch Übergewicht, Bewegungsmangel und übermäßiger Alkoholkonsum erhöhen das persönliche Schlaganfallrisiko. Und mit übermäßig meine ich alles, was über die täglichen zwei Gläser Rotwein hinausgeht", ermahnt der Mediziner augenzwinkernd.