Wenn der Darm Probleme macht

Ein sensibles Thema ist die Behandlung und der richtige Umgang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Am kommenden Samstag bietet eine Reihe hochrangiger Spezialisten im Knappschaftsklinikum Saar in Püttlingen ein Seminar für Betroffene und Angehörige an.

Um die Menschen zur Vorsorge gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen anzuregen, gibt es den bundesweiten "Crohn- und Colitis Tag". In diesem Rahmen bietet das Knappschaftsklinikum Saar in Püttlingen ein "Arzt-Patienten-Seminar" für Betroffene und Angehörige an. Der Termin ist am kommenden Samstag, 8. November, von 9.30 bis 13 Uhr im Konferenzraum (8. Etage, Anmeldung ist nicht erforderlich). Gastgeber sind die Klinik für Innere Medizin und die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa-Vereinigung (DCCV).

"Im Mittelpunkt stehen Operationsverfahren bei Colitis ulcerosa sowie neueste Entwicklungen in der medikamentösen Therapie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ", heißt es in der Einladung. Zudem werden die Besucher über Themen wie Krankheitsbewältigung, medikamentöse Langzeitbehandlung und Nebenwirkungen informiert, und Doris Macha vom "Arbeitskreis Ernährung" gibt entsprechende Tipps.

Mehr als 320 000 Menschen in Deutschland seien von einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) betroffen. "Im Saarland erkranken jährlich 100 bis 120 Menschen neu an einer CED. Männer sind ähnlich häufig betroffen wie Frauen. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuelle Therapie sind entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung", ist in der Information der Klinik nachzulesen.

Entwicklung von Medikamenten

Die Erkrankung könne schon im jungen Erwachsenenalter beginnen und die Lebensqualität einschränken, sagt Dr. Matthias Maier, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin , "deshalb möchten wir auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt im medizinisch-technischen Bereich, in der Krankheitsbewältigung und bei CED im Alltag setzen."

Professor Jörg Hoffmann aus dem St. Marienkrankenhaus in Ludwigshafen wird über neueste Entwicklungen der medikamentösen Therapie referieren. Professor Peter Kienle aus der Chirurgischen Universitätsklinik in Mannheim stellt ein OP-Verfahren vor, bei dem eine künstliche Dünndarmverlängerung eingesetzt wird ("Ileonaler Pouch"), um die Kontinenz des Patienten zu bewahren. Der Arzt spricht auch über Alternativen und mögliche Komplikationen.

Vom Umgang mit der Krankheit

Über Möglichkeiten der Krankheitsbewältigung und Erfahrungen Betroffener berichtet Evelyn Köhler-Straube vom "Pouch-Gesprächskreis Darmstadt". Die medikamentöse Langzeitbehandlung ist das Thema von Gastroenterologin Dr. Dagmar Mainz, während Dr. Winfried Häuser, Spezialist für Psychosomatik und Gastroenterologie am Winterbergklinikum, einen Blick auf die psychologischen Aspekte für Patienten wirft.