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Wenn das Wasser zu Beton wird

Finale beim Drachenboot-Cup im Trimmtreff-Bad: Der spätere Sieger Reha-Fit Köllertal (rot) gegen den SC Delphin Püttlingen. Foto: Jenal
Finale beim Drachenboot-Cup im Trimmtreff-Bad: Der spätere Sieger Reha-Fit Köllertal (rot) gegen den SC Delphin Püttlingen. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Püttlingen. Pitschenass, ausgepumpt, quietschvergnügt! Wenn Könner Drachenboote im Hallenbad auf Touren bringen, schlagen Herzen wie Wellen wilder. Den Sieg holte sich am Samstag, beim Spaß-Wettbewerb „Drachenboot-Indoorcup“ im Püttlinger Trimmtreffbad, Reha-Fit Köllertal. Walter Faas

Die Bauchspeck-Verschdeggler gehen baden, Banker schwitzen ohne Bankenkrise, Kopftuchpiraten erleben ihr blaues Wunder im himmelblauen Wasser: Beim zweiten Drachenboot-Indoorcup im Püttlinger Trimmtreffbad schäumt "die See" wie sellemols am Kap Trafalgar bei der Seeschlacht der britischen Royal Navy gegen die spanische Armada. "Eine Riesengaudi" resümiert Manfred Ziegler.

Ziegler, normalerweise Vorstandsmitglied bei der Volksbank westliche Saar Plus, paddelt, wie alle in den elf Mannschaften, "bis zum Anschlag". Drachenboote, normalerweise im Sommer schnell auf offenem Wasser unterwegs, können auch in der Halle zum Rennen antreten: Eine stabile Umlenkrolle, zwei zwölfeinhalb Meter lange Boote , je zwölf "Galeerensklaven" plus ein Trommler, und schon beginnt die Wasserschlacht.

Einfach ist das nicht. "Man muss schon an die Grenzen gehen. Wir trainieren das ganze Jahr über Koordination, Ausdauer und Kraft", sagt Julia Kiefer vom Titelverteidiger Reha-Fit Köllertal. Stefan Waltner von der Stadt Püttlingen glaubt sogar, dass das Paddeln "Indoor" deutlich schwieriger ist als "Outdoor". Wieso? "Weil hier gegen den Widerstand des Wassers und gegen die Kraft des Gegners gearbeitet werden muss. Das Boot bewegt sich dann wie in frischem Beton", sagt Waltner.

Zwei Tonnen, so Experten, werden dabei in Schwingung versetzt. Bei Trainierten, man erkennt sie an den schwellenden Muskeln, sieht's locker aus, bei Gelegenheits- oder Garnicht-Sportlern werden die 45 Sekunden, die ein Rennen maximal dauert, sichtlich zur Qual. Knallrote Köpfe, heftiges Schnaufen! "Uff, schwer, dabei sein ist alles", lautet hier die Devise.

Die auf Sieg gepolten Burschen und Mädels (zu jedem Boot gehören mindestens vier Frauen) stechen "in See", bis sie beinahe kocht.

"Schwamm drüber", heißt es nach einer Niederlage, und nach jedem Finalkampf gehen Schlagfrauen, aktive Paddler und Betreuer über Bord. Damit dabei keiner verschütt geht, sorgt die DLRG Püttlingen um Bereitschaftsführer Stefan Brust mit Tauchern und Sanitätern für Sicherheit - ein Service, der zum Glück nicht gebraucht wird.

Dagegen wird der Service "Kuchen- und Schnittchentheke" gerne angenommen - bei dem hohen Kalorienverbrauch am Paddel ist das ja auch kein Wunder.

Mitveranstalter der Gaudi waren neben der Stadt Püttlingen auch die Volksbank westliche Saar Plus und der Drachenbootverein Saar.



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Auf einen BlickDie Platzierungen: Mit hohem Vorsprung verteidigte das Drachenboot-Team Reha-Fit Köllertal seinen Vorjahrestitel gegenüber dem Schwimmclub Delphin Püttlingen , der zweiter Sieger wurde. Den dritten Platz belegte die Mannschaft der DJK Püttlingen im hauchdünn entschiedenen Rennen gegen das Team eins der Volksbank. et