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Weniger Darmkrebserkrankungen im Saarland

Püttlingen. Der März gilt als Monat der Darmkrebsvorsorge. Aktuelle Zahlen und Zukunftskonzepte in der Krebsfrüherkennung haben Gesundheitsministerin Monika Bachmann und Fachärzte gestern vorgestellt. Ruth Fehr

Jeden Tag erkranken zwei bis drei Menschen im Saarland an Darmkrebs . Auf diese Besorgnis erregende Zahl hat Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU ) gestern im Darmzentrum Püttlingen hingewiesen. Gleichzeitig warb sie für Vorsorgeuntersuchungen wie Stuhltests und Darmspiegelungen. Denn wenn die Vorstufen frühzeitig entdeckt und entfernt werden, lasse sich Darmkrebs vermeiden. Aufklärungskampagnen und entsprechende Vorsorge scheinen Früchte zu tragen. Im Saarland ist die Zahl der jährlichen Darmkrebs-Neuerkrankungen von 1050 im Jahr 2003 auf 843 im Jahr 2012 gesunken.

Bei den Vorsorge-Darmspieglungen bei Versicherten zwischen 55 und 74 Jahren liegt das Saarland bundesweit auf dem fünften Platz, erklärte Prof. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. 80 600 Saarländer haben zwischen 2003 und 2013 eine Darmspiegelung durchführen lassen, das entspricht knapp einem Viertel in dieser Altersgruppe.

Die bisherigen Erfolge in der Vorsorge reichen aber nicht aus, sagte Prof. Jürgen Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke zur Früherkennung von Darmkrebs . 2016 soll das Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz (KFRG) umgesetzt werden, das der Bundestag im April 2013 beschlossen hat. Dann soll ein Krebsregister, wie es im Saarland bereits existiert, bundesweit Daten über die Krankheit erfassen. Menschen in der gefährdeten Altersgruppe sollen regelmäßige Einladungen zur Krebsfrüherkennung erhalten. Außerdem sollen die Altersgrenzen flexibler gesetzt werden. Hat jemand in der Familie Darmkrebs , erhöhe sich das Risiko, selbst daran zu erkranken, für die eigenen Kinder verdoppele es sich sogar. Deshalb empfehle es sich, bereits zehn Jahre vor der Ersterkrankung etwa eines Elternteils mit Vorsorgeuntersuchungen zu beginnen. Zudem fordert Riemann, dass gesetzliche Krankenkassen den immunologischen Stuhltest (FIT) in ihren Katalog aufnehmen. Bei diesem neueren Stuhltest, der die Erkrankungen zwei bis drei Mal häufiger feststelle, müsse nur eine Probe entnommen werden, statt wie bisher drei. Zudem müssten die Patienten in der Zeit keine Diät einhalten.