| 17:05 Uhr

Wendalinusfest mit Prozession
Kapellenverein bewahrt Kleinod in Etzenhofen

 Nach dem Gottesdienst in der Wendalinuskapelle startete die Prozession zum Kelterhaus. Ganz vorn mit Fahne marschiert Norbert Rupp, dahinter in der Mitte Dechant Franz Josef Werle.
Nach dem Gottesdienst in der Wendalinuskapelle startete die Prozession zum Kelterhaus. Ganz vorn mit Fahne marschiert Norbert Rupp, dahinter in der Mitte Dechant Franz Josef Werle.
Köllerbach. Wendalinusfest mit Gottesdienst und anschließender Prozession zum gemeinsamen Mittagsmahl.

2010 gründete Norbert Rupp, bekannt auch als Polizeipräsident des Saarlandes, den Kapellenverein Etzenhofen. Seither hat sich viel getan „am kleinen Kirchlein am Wege“. 20 000 Euro haben die rund 200 Vereinsmitglieder bisher investiert, um die Instandsetzung von Geläut, Sandsteinen und Illuminierung zur Adventszeit zu finanzieren; weitere Renovierungen seien in der Planung. Während in St. Wendel (dort befindet sich das Grab des Schutzheiligen) dieser Tage das Wendalinusfest für überregionale Aufmerksamkeit sorgt, war es am Samstag wieder an der Köllerbacher Kirchengemeinde Herz Jesu, dem Kapellenverein und vielen Köllerbachern, dem Heiligen einen Festgottesdienst mit Prozession und gemeinsamen Mittagsmahl im benachbarten Kelterhaus zu widmen. Mit einer Neuerung: 1812 nahm der 1791 geborene Köllerbacher Johann Maas am Russland-Feldzug von Kaiser Napoleon teil. Verirrte sich in den Weiten des Zarenreiches, im tiefen Schnee, fand Kraft im Gebet und schließlich den Weg in die Köllerbacher Heimat zurück – soweit die überlieferte Geschichte. Ließ, aus Dankbarkeit, eine Vorgängerkapelle „Maria im Schnee“ bauen. Die entsprechende Figur der Muttergottes „Santa Maria ad Nives“ steht bis heute im Haus der Nachfahren Birgit und Peter Maas, ebenfalls in Etzenhofen. Nach dem Vorbild dieser Statue entstand ein Gemälde, das neuerdings die Wände der Wendalinuskapelle schmückt. Denn diese wurde, als Nachfolgerin der „Schnee-Kapelle“, unter Regie von Pastor Johann Matthias Porten vor 145 Jahren von Etzenhofer Bauern als Dank „zur Abwehr der Rinderpest“ dem Heiligen Wendelin als Schutzpatron der Hirten und des Viehs gewidmet. Rupp: „Es ist uns ein Anliegen, die Erinnerung daran wachzuhalten und diese schöne Kirche in einem ansehnlichen Zustand zu bewahren.“


(et)