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Vortrag: Das Arbeitserziehungslager in Köllerbach: Weltkulturerbe stellt Forschung über Zwangsarbeit vor

Vortrag: Das Arbeitserziehungslager in Köllerbach : Weltkulturerbe stellt Forschung über Zwangsarbeit vor

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Zum Thema der Zwangsarbeit in der Völklinger Hütte bietet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte an diesem Dienstag, 28. November, 14 bis 18 Uhr, eine Ringvorlesung an. Sie präsentiert aktuelle Forschung zum Arbeitserziehungslager in Köllerbach-Etzenhofen oder zur medizinischen Versorgung der Zwangsarbeiter in der Völklinger Hütte. Zudem stellt sie mit Vorträgen zur Zwangsarbeit im Dritten Reich die Zwangsarbeit in der Völklinger Hütte in den deutschen und europäischen historischen Kontext. Der Eintritt zur Vorlesung in der Erzhalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ist frei.

Zum Erziehungslager Etzenhofen spricht der ehemalige Leiter des Stadtarchivs Völklingen, Christian Reuther. Seit 1940 wurden im Deutschen Reich und in den besetzten und annektierten Gebieten Lager zur Disziplinierung von Arbeiterinnen und Arbeitern eingerichtet. Seit Mitte Dezember 1942 bestand für Firmen die Möglichkeit, betriebseigene Arbeitserziehungsabteilungen einzurichten. Von dieser Option machten die Röchling’schen Eisen- und Stahlwerke im Frühjahr 1943 mit der Einrichtung eines Lagers in Etzenhofen Gebrauch.

Die bisher unerforschte Frage, wie die Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen der Völklinger Hütte medizinisch versorgt wurden, beleuchtet die Historikerin Dr. Inge Plettenberg. Der Leiter des Stadtarchivs Saarbrücken, Dr. Hans-Christian Herrmann, gibt einen Überblick über die Formen der Zwangsarbeit in Hitler-Deutschland und den besetzten Gebieten. Und vergleicht in diesem Zusammenhang die Rolle Hermann Röchlings als Unternehmer und Vorsitzender der Reichsvereinigung Eisen mit anderen Unternehmerpersönlichkeiten des Dritten Reiches.

Marcel Brüntrup, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, spricht über den Umgang mit „unerwünschten“ Kindern osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen im Dritten Reich. Professor Mark Spoerer, Universität Regensburg, erläutert die Lebensbedingungen von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen im Dritten Reich. Professor Fabian Lemmes, Ruhr-Universität Bochum, spricht über Zwangsarbeit in Saarbrücken.

Hans-Christian Herrmann. Foto: Stadtarchiv Saarbrücken/Herrmann

Die Ringvorlesung ist ein Kooperationsprojekt des Weltkulturerbes Völklinger Hütte mit der Universität des Saarlandes (Bachelor Optionalbereich), der Universität Trier, der European Route of Industrial Heritage (ERIH) sowie mit dem Saarländischen Museumsverband. Das Zwangsarbeiter-Projekt im Weltkulturerbe Völklinger Hütte wird finanziell von der Röchling SE & Co. KG unterstützt.