Weißmann tastet sich wieder heran

An Nico Weißmann erinnern sie sich beim 1. FC Saarbrücken gerne. Ein Kämpfer war er damals, heute ist er 35 Jahre alt und versucht, sich so langsam aber sicher wieder fit zu machen. Diesmal bei den SF Köllerbach.

Im September 2014 legte Nico Weißmann eine Fußballpause ein - und das aus gutem Grund. Der damalige Mittelfeldspezialist des SV Auersmacher wurde Vater von Zwillingen und hatte folgerichtig Wichtigeres zu tun, als sich um seine Fußball-Karriere beim Saarlandligisten zu kümmern.

Heute, anderthalb Jahre später, geht es für den mittlerweile 35-Jährigen mit kleinen Schritten in Richtung Wiederbelebung seiner Karriere. Der Ex-Profi ist seit kurzem Trainingsgast bei den Sportfreunden Köllerbach und nähert sich gemächlich wieder dem Sport, der ihn in der Vergangenheit weit gebracht hat. "Ich habe bisher zweimal in Köllerbach mittrainiert, um wieder langsam ins Rollen zu kommen", erklärt Nico Weißmann: "Ich mache aber weder die Vorbereitung richtig mit und man kann auch noch überhaupt nicht von einem Vertrag sprechen. Das ist noch ganz weit weg. Ich versuche jetzt, so oft es geht zu trainieren, um mich noch mal an alles zu gewöhnen."

Für seinen Jugendverein 1. FC Saarbrücken absolvierte Weißmann zwischen 1998 und 2011 weit über 200 Spiele, machte mit den Malstattern von der Oberliga bis zur 2. Bundesliga alles mit. Zwischenzeitlich hießen die Stationen Wehen Wiesbaden, 1. FC Kaiserslautern II und FK Pirmasens. Bei den Pfälzern war Weißmann sogar Kapitän und stand 2006 beim 5:3-Sensationserfolg im DFB-Pokal über Bundesligist SV Werder Bremen 75 Minuten auf dem Platz - die Gegner hießen damals unter anderem Patrick Owomoyela , Diego und Miroslav Klose .

Nach Gastspielen beim FC Homburg und Borussia Neunkirchen landete der hauptberuflich beim Neunkircher Gymnasium am Krebsberg tätige Deutsch-, Sport- und Religionslehrer 2012 schließlich beim SV Auersmacher. Drei Jahre danach lässt seine körperliche Verfassung aber noch keine voreiligen Schlüsse in Köllerbach zu. "Er trainiert momentan bei uns mit und schaut, ob er fit wird. Danach kann man mal weiterschauen, was daraus wird", betont SF-Vorstandsmitglied Bernd Gillet. Weißmann selbst ergänzt lachend: "Beim Laufen bin ich als Zweitletzter ins Ziel gekommen, nur der Ersatz-Torwart war noch hinter mir. Also da ist noch einiges zu tun."

Der Grund für sein Engagement beim Saarlandligisten ist zum einen die vergleichsweise frühe Trainingszeit, die dem jungen Vater mehr Zeit mit seinen Kindern lässt. Zum anderen kennt Weißmann Köllerbachs Trainier Davit Bakhtadze sowie Co-Trainer Daniel Magno, mit dem er schon zu Saarbrücker Zeiten zusammenspielte.

Und das Köllerbacher Trainergespann würde zu einen erfahrenen Mann wie Weißmann bestimmt nicht Nein sagen. Nach zwanzig Saisonspielen steht der vor der Saison als Titelkandidat gehandelte Saarlandligist derzeit nur auf Tabellenplatz acht - die Tabellenspitze ist schon fast unerreichbare 24 Punkte entfernt. Das nächste Spiel findet für die Sportfreunde am 20. Februar gegen den Tabellendritten VfL Primstal statt - ob mit Nico Weißmann oder ohne? Das wird sich noch zeigen.