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Manuel Andrack
Wandergeschichten und ein neu-römischer Legionär mit Stich

Wander-Spezi Manuel Andrack.
Wander-Spezi Manuel Andrack. FOTO: Robby Lorenz / Robbby Lorenz
Püttlingen. Wie eine Kloster-Toilettentür Altbürgermeister Müller 1,70 Euro Gewinn einbrachte. – Lustige Lesung mit Manuel Andrack bei der Seniorenvereinigung.

Die Seniorenvereinigung Püttlingen hatte zur Lesung mit dem Autor, Moderator und Redakteur Manuel Andrack in den Versammlungsraum auf der Ritterstraße eingeladen. Der 52-jährige gebürtige Kölner, unter anderem bekannt für seine Wander-Bücher, lebt seit etwa fünf Jahren in Köllerbach. Dass er in unserer Region angekommen ist, zeigte er beim Plaudern aus dem Nähkästchen, als er erklärte, er sei ja jeden Dienstag auf der Ritterstraße, weil seine Tochter dort die Musikschule Püttlingen besuche. Bei so einer Gelegenheit sei er auch Rudolf Müller, dem Vorsitzenden der Seniorenvereinigung, begegnet, und der habe ihn gleich „eingesammelt“ für einen Lesetermin in seinem Verein.


Bei seiner Lesung ging es dann unter anderem um eine mit ansprechenden Wortspielen garnierte Wanderung im Schwabenland, Begegnungen mit Politikern, ja sogar – augenzwinkernd – mit der möglichen künftigen „Püttlinger Bundeskanzlerin“. Und auch das schöne neue Wort „Unterhopfung“, also ein Mangel an Gerstensaft, kennzeichnete einen Wanderabschnitt.

Es folgten heitere Klosterlegenden, wo es beispielsweise um eine Toilettentür ging, die nur dann von innen zu verschließen war, wenn man drei Zehn-Cent-Stücke einwarf – und wer, bitteschön, habe denn drei solche Münzen griffbereit dabei? Andrack fragte das nicht nur in die Runde, sondern lobte auch gleich zwei Euro für denjenigen aus, der ihm sofort drei Zehn-Cent-Stücke geben könne. „Da gab es dann großes Gelächter, als nur Altbürgermeister Rudolf Müller die Geldstücke vorweisen konnte und – rein prozentual gesehen – das Geschäft seines Lebens machte“, schildert Erich Keller in seinem Bericht für die Seniorenvereinigung.

Keller weiter: „Wanderung folgte auf Wanderung, Anekdote auf Anekdote. ‚Schritt auf Schritt’ heißt doppeldeutig das Buch, aus dem Manuel Andrack las. In ‚Original- römischer Kleidung’ sei er mit Wanderfreunden im Hunsrück unterwegs gewesen. Allein das Kettenhemd habe elf Kilo gewogen. So ausgerüstet wie ein römischer Legionär hätten sie dennoch viel Spaß gehabt, selbst als sich die Sandalen rasch aufgelöst hätten.“

Herrlich auch die Geschichte, „als ein Legionär übel von einer Biene gestochen wurde und der Fahrer des Krankenwagens nicht wusste, ob der Patient in die Psychiatrie oder die Notaufnahme gehörte.“