Vorgezogenes Endspiel

Das Derby beim abstiegsbedrohten TuS Neunkirchen hat einen vorentscheidenden Charakter. Gewinnen die Handballerinnen des HSV Püttlingen, machen sie einen großen Schritt in Richtung Oberligaverbleib.

"Am Samstag erwartet uns ein echter ‚Showdown' in Neunkirchen ", sagt Hans-Werner Müller, Trainer der Handballerinnen des HSV Püttlingen . Der Tabellenzehnte der Oberliga trifft um 19 Uhr in der TuS-Halle in Neunkirchen auf den dort heimischen Tabellenelften TuS Neunkirchen . Mit einem Sieg und einem weiteren Heimsieg, im Nachholspiel gegen den FSV Mainz 05 II am kommenden Donnerstag, könnte der TuS an den Püttlingerinnen vorbeiziehen. Püttlingen hingegen könnte mit zwei Auswärtspunkten aus Neunkirchen fast schon uneinholbar Platz zehn festigen.

Das vergangene Aufeinandertreffen der beiden Teams ist noch in frischer Erinnerung. Am Ostermontag gewann der HSV das Saarlandpokal-Finale gegen den TuS mit 16:10. Trotz des positiven Erlebnisses warnt die erfahrene HSV-Akteurin und ehemalige TuS-Spielerin Aleksandra Jelicic vor dem kommenden Gegner: "Sie haben jetzt schon die vergangenen drei direkten Duelle gegen uns verloren. Auch Neunkirchen wird sehr hoch motiviert sein, uns endlich zu schlagen."

Die Neunkircherinnen waren vor einigen Spieltagen fast schon abgeschlagen, erkämpften sich aber in den vergangenen Wochen dieses vorgezogene Endspiel um den Ligaverbleib gegen Püttlingen . Vier Siege aus sechs Spielen feierte der Tabellenelfte zuletzt. Neben drei Siegen gegen Abstiegskandidaten gewannen Neunkirchen auch beim Tabellendritten SV 64 Zweibrücken (27:26). Am vergangenen Wochenende musste sich der TuS zuhause knapp mit 20:22 dem Tabellenführer Roude Léiw Bascharage geschlagen geben.

Doch trotz des Aufschwungs in Neunkirchen glaubt der HSV Püttlingen an die eigene Stärke. "Die Punkte müssen einfach auf unser Konto gehen. Wir müssen unser Spiel durchdrücken. Neunkirchen wird versuchen, das Spiel langsam zu machen", sagt HSV-Torhüterin, Conny Holz. Aufgrund der Erfahrung der Gastgeber folgen aber auch bei ihr warnende Worte. "Sie haben einen höheren Altersdurchschnitt, sind aber dadurch auch sehr abgebrüht. Die Anspannung ist schon immens vor diesem entscheidenden Spiel", sagt Holz.

Doch sie kennt, wie auch ihr Trainer, die Schwachstelle des Konkurrenten. "Sie haben eigentlich so gut wie keine Bank, sodass sie mit den gleichen Spielerinnen fast komplett durchspielen müssen", sagt Hans-Werner Müller. "Darum nehmen sie oft das Tempo raus. Wir müssen schnell nach vorne spielen und die Trefferquote gegenüber zuletzt erhöhen", ergänzt Conny Holz.

Im Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen den Tabellenzweiten SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam (20:27) war die Chancenverwertung des HSV eher schwach. Vier Punkte will Püttlingen aus den verblebenden vier Spielen mindestens holen. Denn auch Platz zehn bedeutet nicht automatisch den Klassenverbleib. Der designierte Meister Roude Léiw Bascharage müsste in der Relegation gegen den Meister der Rheinhessenliga bestehen, um aufzusteigen. Und auch der Klassenverbleib des derzeitigen Tabellenvorletzten TSV Kandel in der 3. Liga Süd würde den Püttlingerinnen helfen.