1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Püttlingen

Vor 65 Jahren traten sie zum Traualtar

Vor 65 Jahren traten sie zum Traualtar

Mathilde und Willi Krier aus Püttlingen feiern am Sonntag Eiserne Hochzeit. Ein Urenkel fehlt zum ganz großen Glück.

"Man muss sich gegenseitig echtamieren und klar die Aufgaben verteilen", erklärt Willi Krier, 87 Jahre, auf die Frage, was das Erfolgsrezept für 65 Jahre Ehe sei. "Willi war mein erster und einziger, wir hatten viele schöne Zeiten, an die wir gern zurückdenken", ergänzt seine drei Jahre jüngere Frau Mathilde Krier .

Die lernte als Fräulein Backes an Pfingsten 1949 auf der Ritterstraße ihren Willi kennen. "Ich habe sie gesehen und gleich gedacht, die wär' was für mich", erzählt der Elektriker, der in Püttlingen auch als "Willi der Elektriker" bekannt ist. Nach ein paar gemeinsamen Tänzchen unter Aufsicht von Mathildes Patenonkel - "wir haben ja auf der anderen Seite von Püttlingen gewohnt, und ich hätte nicht allein heimgehen dürfen", erzählt sie - entwickelte sich eine Liebesgeschichte, die schließlich am 11. Februar 1952 zum Standesamt und einen Tag darauf zum Traualtar im Köllertaler Dom führte.

Getraut wurden sie von einem Onkel der Braut, der Pastor war. Im Dom wird das Paar, das am Wochenende Eiserne Hochzeit feiert, erneut vor den Altar treten, um Danke zu sagen. Zwei Söhne, 1953 und 1957 geboren, haben die Kriers großgezogen, dürfen sich über fünf erwachsene Enkel freuen. "Was uns jetzt noch zum absoluten Glück fehlt, wäre ein Urenkelkind", sagt Mathilde Krier. Stolz sind die beiden darauf, dass ihre Söhne beruflichen Erfolg hatten. "Jetzt sind beide fast im Ruhestand, das hätte ich mir damals, als sie noch Kinder waren, nie vorstellen können", sagt die zweifache Mutter, die nach einer Auszeit wieder berufstätig wurde. "Mein Mann hat damals gesagt, wenn ich Beruf, Kinder und Haushalt unter einen Hut bekomme, dann kann ich arbeiten gehen", erinnert sie sich. Und sie hat es geschafft, auch heute noch erledigt sie ihren Haushalt, ist richtig fit. "Nur das Frauenturnen habe ich ein wenig schleifen lassen, da wurde ich ein bisschen zu bequem", verrät sie. Sport ist das Lebenselixier ihres Mannes. "Wir haben zwei Fernseher. Wenn Sport kommt, ist mein Mann immer im Keller verschwunden", erzählt sie.

Viel Zeit verbringt Willi Krier bis heute auf dem Sportplatz der DJK Püttlingen, bei der er seit Jahren Ehrenvorsitzender ist. "Es ist schade, dass es heute kaum noch solche Idealisten gibt, wie wir es einmal waren", erklärt er.

 Mathilde und Willi Krier bei der Hochzeit 1952. Foto: Krier
Mathilde und Willi Krier bei der Hochzeit 1952. Foto: Krier Foto: Krier

Gefeiert wird an diesem Wochenende im Kreis der engsten Familie, erklärt Willi Krier. Der größte Wunsch des Jubelpaars zur Eisernen Hochzeit? "Dass wir noch ein paar schöne, gemeinsame und vor allem gesunde Jahre haben."