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Tierisch: Von Schweinen und Schinken

Tierisch : Von Schweinen und Schinken

Mitunter wünscht man sich ja durchaus etwas mehr Betriebsamkeit auf dem Püttlinger Marktplatz. Aber doch nicht so: Am Mittwochmittag raste eine Rotte Wildschweine über den Platz. Fast alle Schwarzkittel waren schnell wieder verschwunden, nur eine arme Sau musste die bittere Erfahrung machen, dass die Schweine von heute die Schinken von morgen sind: Die Bache verirrte sich erst in ein Modegeschäft (wobei böse Zungen behauptet, die Wildschwein-Dame wollte eigentlich nur shoppen), dann in einen Billig-Discounter, wo sie schließlich ihr Leben zwischen Pfannen, Klapp-Wäscheständern und chinesischen Kartoffelschälern aushauchte: Schon aus Sicherheitsgründen musste der Jagdpächter die wütende Wutz erlegen.

Denn ungefährlich ist es nicht, einer panischen Sau vor die Hauer zu laufen, und den Menschen, die sich rechtzeitig ins Freie flüchteten, dürfte zu Recht etwas mulmig gewesen sein. Doch wie schrieb es einst ein unbekannter Autor in der humoristischen Wochenzeitschrift „Fliegende Blätter“ (1845 bis 1928): „Der Tod wandelt oft Hass in Liebe. So kann man gegen Schweine eine Aversion haben und Würste recht gern essen.“