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Von null auf hundert in sechs Jahren

Von null auf hundert in sechs Jahren

Der Gewinn der Hermann-Neuberger-Medaille ist für den HSV Püttlingen eine Bestätigung, dass in der Jugendarbeit vieles richtig gemacht wird. Zumindest mit Blick auf die vergangenen Jahre, denn es gab auch schon schlechtere Zeiten.

Fabio Castronovo (vorne) spielt in der Püttlinger B-Jugend, die sich nun für die überregionale Oberliga qualifizieren will.

Von null auf hundert in gerade mal sechs Jahren. Das ist die beeindruckende Entwicklung im Jugendbereich der Handballer des HSV Püttlingen . "Nachdem wir zwischenzeitlich keine Jugendmannschaften mehr hatten, haben wir die Jugendabteilung über sechs Jahre hinweg wieder aufgebaut. Mittlerweile sind es über hundert Kinder, die bei uns Handball spielen", sagt HSV-Jugendleiterin Kathrin Rehlinger. Dieser Aufschwung ist beim Landessportverband für das Saarland (LSVS) nicht unbemerkt geblieben. Vor Kurzem wurde dem HSV Püttlingen die Hermann-Neuberger-Medaille verliehen - und damit ein Preisgeld von 3000 Euro.

"Als klar war, dass wir diesen Preis erhalten, herrschte bei uns natürlich Freude pur", sagt Rehlinger. "Das ist eine große Ehre. Wir sind unheimlich froh, dass die ehrenamtliche Arbeit bei uns in dieser Form geschätzt wird." Das Geld werde komplett in die Jugendarbeit fließen, sagt sie. "Wir werden unser Trainingsmaterial weiter aufstocken. Außerdem stehen Jahr für Jahr zahlreiche Jugendfahrten an, die finanziert werden müssen."

Nachdem es um die Püttlinger Jugendabteilung vor einigen Jahren nicht gerade rosig bestellt war, brachte vor allem das Engagement in der Schule - wie heute für so viele Vereine - eine erfreuliche Wende. Ein wichtiger Punkt war in diesem Zusammenhang die Handball-AG in der Grundschule Köllerbach. "Daraus ist unsere jetzige männliche B-Jugend entstanden, die demnächst in der Qualifikation für die überregionale Oberliga antritt", berichtet Rehlinger, die gemeinsam mit Helmut Hewener das Trainerduo des aktuellen Saarlandligisten bildet. Für den Verein ist dieser Versuch, sich für eine überregionale Liga zu qualifizieren, laut Rehlinger "ein Riesen-Meilenstein im Jugendbereich".

Neben dem Engagement in der Schule hatte der HSV mit weiteren gezielten Werbemaßnahmen Erfolg. "So ist das Ganze nach und nach weiter gewachsen", sagt die Jugendleiterin. Aktuell ist der Club in den Altersstufen bis zur C-Jugend durchgehend im Spielbetrieb des Handball-Verbands Saar vertreten. Zur neuen Saison wird auch eine weibliche B-Jugend-Mannschaft auf der Bildfläche erscheinen, dazu ist die Meldung eines männlichen A-Jugend-Teams geplant. Während beim Nachwuchs die männlichen Kinder und Jugendlichen dominieren, sind es bei den Aktiven die Frauen. Die erste Mannschaft geht seit mehreren Jahren in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar an den Start. Nach Platz vier im Vorjahr liegt das Team von Trainer Hans-Werner Müller, selbst ehemals Jugendleiter beim HSV, auf Rang zehn.

Trotz des Geldsegens, der mit dem Gewinn der Hermann-Neuberger-Medaille ins Haus flattert, sind die Püttlinger Handballer stets darum bemüht, neue Sponsoren für ihre vielen Teams zu gewinnen. Das gilt auch für den eigenen Nachwuchs. "Zuletzt haben unsere Kinder zum Beispiel bei der Sanierung der Plätze des Tennisclubs Püttlingen mitgeholfen und sich so etwas dazu verdient", sagt Rehlinger. "Die Kids stehen voll dahinter, für den Verein etwas zu tun" - und haben damit in vielerlei Hinsicht Anteil am Aufschwung der vergangenen Jahre.