Vom Schlafhaus zum Prämienhaus

Köllerbach. "Zur Geschichte des Bergbaus im Köllertal", lautet der Titel einer vierteiligen Ausstellungsreihe, die in der Volksbank Saar-West in Köllerbach gezeigt wird

Köllerbach. "Zur Geschichte des Bergbaus im Köllertal", lautet der Titel einer vierteiligen Ausstellungsreihe, die in der Volksbank Saar-West in Köllerbach gezeigt wird. Mit eindrucksvollen Bildern, von Paul Sperling zusammengetragen und unter Mitwirkung des Heimatkundlichen Vereins und der VHS, ist eine Ausstellung entstanden, die an die zu Ende gehende Zeit des Steinkohleabbaus im Saarland erinnert. "Wohl kein Industriezweig hat die Region so nachhaltig geprägt wie der Bergbau", betonte Manfred Ziegler, Vorstandsmitglied der Volksbank.Nachdem die erste Ausstellung bereits auf große Resonanz gestoßen war, kamen auch zu dieser Vernissage viele interessierte Bürger. "Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass wohl jede Familie auf irgendeine Weise mit dem Bergbau verbunden ist", meinte Jürgen Detzler, Beigeordneter der Stadt Püttlingen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Bau von Eigenheimen, angefangen von den einfachen kleinen Prämienhäusern über die immer größer werdenden Bergmanns-Bauernhäuser. "Mit dem Prämiensystem wurde Mitte des 19. Jahrhunderts der Grundstein für die Baufreudigkeit geschaffen. Die Bergleute im Saarland waren die baufreudigste Berufsgruppe, und bis heute gibt es im Saarland die meisten Eigenheime", sagte Ziegler.

Deutliche Zahlen hatte Michael Müller vom Heimatkundlichen Verein mitgebracht: 1815 zählte man 1500 Einwohner in Püttlingen, 1860 waren es 4000, im Jahr 1905 bereits 12 000 Menschen. Geschuldet war das, so Sperling, "dem geordneten und erfolgsorientierten Bergbau, der mit Erhöhung der Förderung auch immer mehr Arbeitskräfte verlangte". Sperling hat sich intensiv mit dem Wohnungswesen im saarländischen Bergbau beschäftigt und Wissenswertes in Texten und Bildern zur Entwicklung von den ersten Schlafhäusern 1837 bis zum Bau der Eigenheime im Prämiensystem zusammengetragen. So erfuhren die Zuhörer, dass mit dem Bau der Eisenbahnlinie die Bedeutung der Schlafhäuser abnahm, und dass die preußische Bergbauverwaltung sehr stark auf die Förderung des Eigenheimbaus setzte: "Im Jahr 1893 wohnten zwei Drittel der saarländischen Bergleute in ihrem eigenen Haus. Das gab es an anderen deutschen Bergbaustandorten nicht." Michael Müller ergänzte: "Mit der immer dichter werdenden Bebauung entstanden immer neue Herausforderungen, etwa die Wasserversorgung und das Kanalsystem, aber auch die Sozialfürsorge. Dies wird das Thema des dritten Teils der Ausstellung sein." cim