Vier Quadratmeter für jedes Huhn

Obersalbach. Nach dem Skandal um Bio-Eier, die als solche teuer verkauft wurden, aber keine waren, haben wir den - skandalfreien - Bioland-Geflügelhof der Familie Zenner besucht

Obersalbach. Nach dem Skandal um Bio-Eier, die als solche teuer verkauft wurden, aber keine waren, haben wir den - skandalfreien - Bioland-Geflügelhof der Familie Zenner besucht. Mit der Frage: Wie werden in einem Bioland-Geflügelhof Bio-Eier produziert? Das Ehepaar Katja und Martin Zenner betreibt seit 2010 bei Obersalbach einen Geflügelhof mit 9000 Hühnern - den einzigen im Saarland in dieser Größenordnung. Bioland bedeutet dem Vernehmen nach: "höchster Qualitätsstandard bei Bio-Produkten", heißt es. Wegen seiner Lage in der Flur "Auf den hintersten Espen", westlich vom Ort, erhielt der Hof in Abstimmung mit der Gemeinde Heusweiler kürzlich den Namen Espenhof. Martin Zenner ist studierter Diplom-Agraringenieur und wurde mit der Landwirtschaft groß.

Sein Onkel Stefan betreibt in Gerlfangen den Marienhof, einen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb nach biologischen Richtlinien. Martins Ehefrau Katja ist die Tochter des Obersalbacher Landwirts Konrad Altmeyer, beide sind also vom Fach. 2008 gründeten sie in Siersburg einen biologisch ausgerichteten Hühnerhof. Aus Platzgründen verlagerten sie zwei Jahre später den Standort nach Obersalbach. Dort steht eine Betriebsfläche von 20 Hektar zur Verfügung, sechs für das Hofgering und 3,6 Auslauffläche für die Tiere - pro Huhn exakt vier Quadratmeter.

Nach den Zahlen nun aber zu den Hühnern, genauer gesagt zu den Lohmann Brown-Classic, so die Rassebezeichnung der Zenner-Tiere, die in ihren durch Zäune umgrenzten Gehegen emsig scharren und gackern. Martin Zenner: "Die Leute, die direkt bei uns ab Hof kaufen, bringen oftmals ihre Kinder mit, um ihnen das Federvieh zu zeigen. Die Eier selbst können vor dem Kauf in unserer offenen Eierbox begutachtet werden. Da wir nichts zu verbergen haben, entstand zu vielen Kunden ein Vertrauensverhältnis. Neben dem Direktverkauf beliefern wir auch einmal pro Woche den Lebensmittel-Einzelhandel sowie spezielle Bioläden." Wie wird der Bioland-Standard im Espenhof erreicht?

Martin Zenner erläutert einige Vorschriften: "Alles wird nach Bio-Richtlinien geführt. Zum Beispiel leben in unseren vier Ställen jeweils nur halb so viele Hühner wie bei einer herkömmlichen Haltung, und sie müssen aus einem Bio-Betrieb stammen. Das Futter muss biologisch erzeugt sein, und die Schnäbel der Tiere dürfen nicht gestutzt werden." Dies und noch mehr werde mehrmals im Jahr von der staatlich zugelassenen Bio-Kontrollstelle ABCERT, auch unangemeldet, überprüft. aki