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Neue Kita für Köllerbach
Viel Platz und Licht in der neuen Kita

Praktische Sache: „Damit er nicht irgendwo verstaubt“, hatte Architekt Willi Latz zur Schlüsselübergabe keinen – was oft üblich ist – übergroßen Metallschlüssel mitgebracht, sondern Backwerk in Schlüsselform; die Kinder wird’s freuen. Von links: Regionalverbandspräsident Peter Gillo, Rainer Borens (Kaufmännischer Geschäftsführer der Katholischen KiTa gGmbH), Manfred Maurer (Regionalverbands-Beigeordneter), Bürgermeister Martin Speicher, Ministerpräsident Tobias Hans, Architekt Willi Latz und Kita-Standortleiterin Stefanie Rech zusammen mit Kindern der Einrichtung.
Praktische Sache: „Damit er nicht irgendwo verstaubt“, hatte Architekt Willi Latz zur Schlüsselübergabe keinen – was oft üblich ist – übergroßen Metallschlüssel mitgebracht, sondern Backwerk in Schlüsselform; die Kinder wird’s freuen. Von links: Regionalverbandspräsident Peter Gillo, Rainer Borens (Kaufmännischer Geschäftsführer der Katholischen KiTa gGmbH), Manfred Maurer (Regionalverbands-Beigeordneter), Bürgermeister Martin Speicher, Ministerpräsident Tobias Hans, Architekt Willi Latz und Kita-Standortleiterin Stefanie Rech zusammen mit Kindern der Einrichtung. FOTO: Andreas Engel
Köllerbach. Köllerbach hat eine neue, großzügige Kindertagesstätte. Tobias Hans kam zur Eröffnung erstmals als Ministerpräsident ins Köllertal. Von Marco Reuther

Mit ernstem Gesicht spielt Aurelia, sieben Jahre jung und wenig größer als ihr Instrument, auf dem Cello eine Sonate von Jean-Baptiste Bréval, begleitet von ihrem elfjährigen Bruder Elias am E-Piano und gefolgt von ihrer neunjährigen Schwester Amelie an der Geige. Dass die Kinder – alle Schüler der Musikschule Püttlingen – am vorigen Samstag zuerst auftreten, passt. Denn letztlich geht es hier um Kinder, bei der offiziellen Eröffnung der neuen Kita St. Martin in Köllerbach. Auch die Kita-Kinder selbst bringen, mit Unterstützung der Erzieherinnen, Ständchen.


Großzügig ist sie geworden, mit viel Platz, die neue Kita. Große Fenster gibt es und viel Licht. In den vorigen Wochen gab’s auch schon mal Nervenflattern: Sind alle Arbeiten bis zur Eröffnung erledigt? Doch dann: alles gut, alles hat geklappt. Und so begrüßt Püttlingens Bürgermeister Martin Speicher die vielen Gäste, die sich in der Kita drängen, sichtlich entspannt, bevor er kurz die Baugeschichte Revue passieren lässt. Der Sanierungsstau an den bisherigen kirchlichen Kitas St. Martin und Herz Jesu war zu groß. So hatte der Stadtrat am 30. September 2015 beschlossen, dass, direkt neben der Kyllberg-Grundschule, eine neue Kita gebaut werden soll.

Auf zwei Geschossen – wegen der Hanglage beide ebenerdig – und 4200 Quadratmetern gibt es reichlich Platz für fünf Kindergarten- und drei Krippengruppen, für Funktions- und Büroräume. 125 Kindergarten- und 33 Krippen-Kinder können betreut werden – von 24 Erzieherinnen, drei Hauswirtschafterinnen und drei Reinigungskräften. 3,8 Millionen Euro kostete die Kita, plus 870 000 Euro für die Verkehrsanbindung. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 2,024 Millionen Euro, aus der Landeskasse kommen 1,836 Millionen Euro (davon 500 000 Euro weitergeleitete Bundesmittel), der Regionalverband steuert 810 000 Euro bei.



 Ehrengast war Tobias Hans. Erst seit dem 1. März als Ministerpräsident im Amt, kam er nun auf eine spontane Einladung des Bürgermeisters zur Kita-Eröffnung – sein erster offizieller Besuch als Ministerpräsident im Köllertal. Hans zeigte sich von der neuen Kita beeindruckt: „Ich glaube, das ist saarlandweit ein Vorzeigeprojekt“, so Hans in Bezug auf die unmittelbare Nachbarschaft zur Grundschule.

Der Regionalverbands-Beigeordnete Manfred Maurer würdigte den Gesamt-Komplex als „kleines Bildungszentrum für Kinder von Null bis Zehn“. Besonders an die Erzieherinnen übermittelte er den „sehr großen Respekt“ für den Beruf, in dem man es heute ja auch mal mit „nicht so gut erzogenen“ Kindern zu tun habe. Wobei die kleinen Gäste der Eröffnungsfeier ein ganz fantastisches Durchhaltevermögen während des offiziellen Teils an den Tag legten, sich zu benehmen wussten und allenfalls mal ein leise gemurmeltes „Wie lange dauert’s denn noch?“ zu hören war.

Rainer Borens, Geschäftsführer der Katholischen Kita gGmbH, freute sich über die derart reibungslose Bauphase, „dass ich schon gedacht habe, da stimmt was nicht“. Die Anwesenheit des Ministerpräsidenten nutzte er für einen Appell an die Landespolitik: „Wir erwarten uns Impulse gegen den massiven Fachkräftemangel.“

Dechant Franz-Josef Werle segnete die Kita ein. Mit Blick auf die schönen neuen Räume sagte Werle: „Schad’, dass wir schon so alt sind.“ Architekt Willi Latz sagte, die Bauzeit sei gut im Rahmen geblieben, die Kosten konnte man „deutlich einhalten“. Latz würdigte besonders die Firma, die das obere Geschoss aus Massivholz-Fertigteilen baute: „Die Errichtung der  Hülle in nur einer Woche war wirklich eine Meisterleistung.“

Standortleiterin Stefanie Rech meinte: „Vor zwei Wochen hätte ich nicht vermutet, dass wir vorigen Montag schon in Echtbetrieb gehen konnten“, doch alle hätten sich gemeinsam ans Werk gemacht, „und dann hat es auch funktioniert“.

Aurelia und Elias sorgten für die musikalische Eröffnung.
Aurelia und Elias sorgten für die musikalische Eröffnung. FOTO: Andreas Engel
Teilansicht der am Samstag offiziell eröffneten neuen Kita St. Martin in Köllerbach, das Außengelände ist noch nicht ganz fertig. 
Teilansicht der am Samstag offiziell eröffneten neuen Kita St. Martin in Köllerbach, das Außengelände ist noch nicht ganz fertig.  FOTO: Andreas Engel