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Ungewöhnlich
Püttlingen kurz ohne Bürgermeister?

 Eine ungewöhnliche Termin-Konstellation könnte dafür sorgen, dass der Chefsessel im Püttlinger Rathaus kurzzeitig verwaist ist.
Eine ungewöhnliche Termin-Konstellation könnte dafür sorgen, dass der Chefsessel im Püttlinger Rathaus kurzzeitig verwaist ist. FOTO: dpa / Oliver Dietze
Püttlingen. Der Zufall will es, dass Martin Speichers Amtszeit fast gleichzeitig mit der Bürgermeisterwahl endet. Das hat Folgen. Von Marco Reuther

Auf die Köllertal-Stadt Püttlingen könnte eine kurze bürgermeisterfreie Zeit zukommen. In der Regel hat jede deutsche Stadt oder Gemeinde immer einen amtierenden Rathauschef: Nach den Bürgermeisterwahlen gibt es einen festen Termin, zu dem die Amtsgeschäfte von des Scheidenden auf den Neuen übergehen, wenn es denn einen Neuen gibt. Doch der Zufall sorgt in Püttlingen für eine ungewöhnliche Konstellation, erklärte auf Nachfrage Bernd Bläs, Leiter der Zentralen Dienste und Bürgerdienste im Rathaus.


Die Amtszeit des amtierenden Bürgermeisters Martin Speicher (CDU) endet mit seinem 68. Geburtstag am 31. Mai, eine Verlängerung ist nicht möglich. Die Bürgermeisterwahl ist aber – gleichzeitig mit den Kommunal-, den EU- und vielen weiteren Bürgermeister-Wahlen im Saarland – am 26. Mai, also nur fünf Tage vor dem Ende von Martin Speichers Amtszeit. Falls es zu einer Stichwahl und somit zu einem zweiten Wahlgang kommen sollte, wären die fünf Tage ohnehin überschritten. Aber auch ohne Stichwahl ist es eher unwahrscheinlich, dass Martin Speichers Nachfolger gewissermaßen übergangslos vereidigt werden kann. Das hängt dann auch davon ab, wie schnell der Wahl-Gewinner aus seinem  derzeitigen Beruf ausscheiden könnte – je nach Kündigungsfrist oder gegebenenfalls durch einen Auflösungsvertrag.

Vertreter des Bürgermeisters, der im Fall der Fälle vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen würde, ist der erste Beigeordnete der Stadt – im Augenblick also Christian Müller (CDU). Da aber am 26. Mai auch Kommunalwahlen sind, stehen dann in der ersten Sitzung des neuen Stadtrates auch die Wahlen der Beigeordneten an.



Bisher gibt es vier Bewerber für das Bürgermeisteramt. Das sind der CDU-Fraktionsvorsitzende Edmund Altmeyer und die stellvertretende SPD-Fraktionschefin sowie Beigeordnete Denise Klein, und zwei freie Bewerber, die aber jeweils 99 Unterstützer-Unterschriften benötigen, um zugelassen zu werden: der ehemalige Köllerbacher Fahrlehrer Stefan Kaden und Sabine Nowaczyk aus Hülzweiler, die sich auch in einigen weiteren Rathäusern als potenzielle Kandidatin eingetragen hat. Die Listen liegen seit Montag im Rathaus aus. 99 Unterschriften müssen es sein, weil der Gesetzgeber verlangt, dass ein Bewerber mindestens drei Mal so viele Unterstützer finden muss, wie der Stadt- oder Gemeinderat Sitze hat, und das sind in Püttlingen 33.