Überstunden in der Schwenkerzeit - Florian Heintz ist der landesbeste Auszubildende des Fleischerhandwerks

Überstunden in der Schwenkerzeit - Florian Heintz ist der landesbeste Auszubildende des Fleischerhandwerks

Als Industriemechaniker im Bergbau verlor er seinen Job, Büroarbeit fand Florian Heintz langweilig, er wollte unbedingt wieder ins Handwerk. Dort ist er jetzt glücklich, als Fleischer im Püttlinger Rewe-Markt.

Florian Heintz weiß genau, was einen guten saarländischen Schwenker ausmacht. Und weil das so ist, macht er an schönen Tagen im Sommer durchaus Überstunden, um die Nachfrage im Püttlinger Rewe-Markt befriedigen zu können. "Der Run ist dann enorm auf den Schweinenacken", sagt Heintz, der mit einem geheimen Rezept nicht nur den klassischen Schwenker, sondern auch herzhafte Varianten anbietet. Heintz ist Fleischer. Gerade erst wurde er von der Handwerkskammer ausgezeichnet, denn er war 2014 der landesbeste in der Gesellenprüfung. In den Rewe-Märkten in Illingen, Heusweiler und nun in Püttlingen hat er gelernt, an der letzten Station wurde er übernommen. Die Ausbildung begann er ganz spontan. Er hat keinen familiären Bezug zu dem Job. Aber nach einer Ausbildung als Industriemechaniker im Bergwerk Duhamel der RAG verlor er wegen der Schließung des Bergwerks seinen Job, arbeitete bei anderen Industrieunternehmen und zum Schluss in einem Luxemburger Büro. "Die Büroarbeit fand ich langweilig, ich wollte unbedingt wieder ins Handwerk. Und ob ich an einem Stück Metall feile oder Fleisch zerteile, das ist kein großer Unterschied", dachte er sich und hat heute einen sicheren Job. Der beginnt früh. Kurz nach 6 Uhr wird die Fleischtheke im Markt eingeräumt, jeden Tag ganz frisch aufs Neue. Das Fleisch kommt dabei in großen Stücken in die Hausmetzgerei und muss portioniert, geschnitten oder gewürzt werden. Rollbraten oder Cordon Bleu macht Heintz selbst, neben den Schwenkern. Die gibt es jeden Tag, auch im Winter.

Der 30-Jährige aus Hülzweiler, der als einziges Hobby das Fitness-Studio angibt, bereut seinen Berufswechsel nicht. Er will zur Meisterschule, sein Arbeitgeber unterstützt ihn dabei. "Wir brauchen in unserer Region Südwest in diesem Jahr 400 Azubis. Der Bedarf ist riesig. Da werden wir gute Absolventen natürlich zu halten versuchen", sagt Unternehmenssprecherin Sabine Stachorski. Sie ist stolz auf Heintz, der auch für die Firmenzeitschrift abgelichtet wird. Und Heintz ist stolz auf Ausbilder Stephan Kühn: "Bei ihm in Püttlingen habe ich die entscheidenden Tricks für die Abschlussprüfung gelernt." Das sei für den Erfolg entscheidend gewesen.