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Tick-Tack: Tolle Uhrenbörse in Uhrmachers Haus

31. Uhrenbörse : Da könnten Uhrenfreunde glatt austicken

Vom Wirtschafts-Wunder-Wecker bis zu kostbaren Antiquitäten: Die Uhrenbörse hatte allerhand zu bieten.

Zeitlos schöne Raritäten: In der 31. Auflage der Köllerbacher Uhrenbörse gab es neben Uhren in allen Variationen eine große Auswahl von Ersatzteilen, Werkzeug, Fachliteratur, wissenschaftlichen Messinstrumenten von Anno Dunnemal – und „Quedschekuche à la Auguste“. Auguste Franz, Gattin des Landwirtes und Uhrmachers Otto Franz, war die letzte Hausfrau im barock-bäuerlichen Anwesen, in der Architektur als „südwestdeutschem Quereinhaus“ bekannt. Auguste, so wird es überliefert, war eine wahre Meisterin in der Kunst des Kuchenbackens.

Seit 1740 haben die Besitzer des Hauses hier nicht nur als Bauern gewirkt, sondern auch Uhren hergestellt und repariert. Ein prima Ort also fürs Saarländische Uhrenmuseum, das es nun schon fast drei Jahrzehnte gibt. Denn nach dem Tod des kinderlos gebliebenen Ehepaares besteht das Museum  seit 1989 und beleuchtet heute in neun Räumen die Entwicklung der Zeitmessung von der Antike bis zur Gegenwart mit etwa 1500 Exponaten.

Bei der traditionell jeden Herbst ausgerichteten Uhrenbörse zeigte sich Ferdinand Mesarosch, Vorsitzender des Freundeskreis alter Uhrmacherkunst, sehr zufrieden: „Wir haben wieder 28 Aussteller im Haus, aus dem ganzen südwestdeutschen Raum und aus Frankreich.“ Der Zuspruch könnte bestens nicht sein: „Sehen Sie doch, das Haus ist voll“, so Mesarosch.

Vor den liebevoll dekorierten Verkaufstischen stehen Interessierte in großer Zahl, unter ihnen Geldanleger, die sich für antike Kaminuhren, englische Clockwerks oder französische Pendulen mit aufwändigen Intarsien interessieren, deren Preis „top secret“ im angeschlossenen Uhrencafé beim erwähnten Kuchen verhandelt werden, oder auch im benachbarten Sonnenuhrengarten.

Günstiger als an die tickenden Antiquitäten kommt man an aufziehbare Wecker oder Armbanduhren, wie sie in den Fünfziger Jahren zur Kommunion verschenkt wurden, oder an die schneeweißen Bakelit-Küchenuhren mit Goldrand, ebenfalls aus der Wirtschaftswunderzeit. Eine solche hat Besucher Volker Decker mitgebracht, denn, Pech gehabt, das Glas der Uhr ist zersplittert. So pilgert Decker von Händler zu Händler auf der Suche nach Ersatz.

Ob ihm letztendlich  geholfen werden konnte, ist nicht bekannt. Tatsache ist jedoch, dass die Fachleute, wie der pensionierte Uhrmachermeister Hermann Spittler von der Südlichen Weinstraße, so manchen wertvollen Tipp geben konnten. So kommen am Ende alle auf ihre Kosten oder wenigstens zu einem leckeren Stück Kuchen.