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Teufel auch, was für ein Theater!

Ob es wohl auch Teufelinnen beim Blick in den Kinderwagen warm ums höllische Herz wird? Das junge Ensemble machte seine Sache gut, am Sonntag auf der Bühne im Gasthaus Schmeer. Foto: Jenal
Ob es wohl auch Teufelinnen beim Blick in den Kinderwagen warm ums höllische Herz wird? Das junge Ensemble machte seine Sache gut, am Sonntag auf der Bühne im Gasthaus Schmeer. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Püttlingen. Da wird die Ritterstraße von Teufeln heimgesucht, und den Leuten gefällt's – sogar sehr gut: Viel Applaus erntete die Jugendgruppe der Neuen Volksbühne mit dem „Kleinen Teufel Eberhard“, dem die Hölle keinen Spaß macht und der von Menschen-Freunden gerettet werden muss. Carolin Merkel

Rundum zufrieden konnte am Sonntagnachmittag Oberteufelin Petra Linnenberger sein, als es für ihr Ensemble der Neuen Volksbühne Püttlingen tosenden Beifall gab. Zusammen mit Spielleiter-Kollegin Melanie Kuhnert hatte sie in den vergangenen Monaten das Kindermärchen "Der kleine Teufel Eberhard" mit der Jugendgruppe des Theatervereins einstudiert. In der Titelrolle spielte sich der mit acht Jahren jüngste Akteur auf der Bühne, Leander Neudeck, schnell in die Herzen des Publikums. Als kleiner armer Teufel, der doch viel lieber Menschenfreunde haben möchte und Rosenduft dem Höllenfeuer vorzieht, überzeugte er mit Textsicherheit und Bühnenpräsenz.

Die bewiesen in dem Stück von Jürgen Baumgartner, das von Linnenberger und Kuhnert perfekt für das Ensemble des Püttlinger Theaternachwuchses überarbeitet wurde, alle 15 Mimen. Da waren auf der einen Seite die kleinen, wilden Teufel, die mit ihren tollen Kostümen und den feuerroten Gesichtern furchterregend daherkamen. "Anfangs war das schon ganz schön schwierig, solche Grimassen zu ziehen, aber irgendwann ging das wie von selbst, und jetzt macht mir das viel Spaß", erzählte die zwölf Jahre alte Natali Bakhtadze, der zweite Teufel in der Riege der fiesen Höllenbewohner. Sie spielt seit gut drei Jahren Theater, ist aber gerade zum Beginn einer Aufführung immer noch sehr aufgeregt, wie sie verriet.

Natali hatte vor allem die jüngsten Zuschauer in den vorderen Reihen im Auge, "manche sind ganz fröhlich und lachen, einige schauen aber doch etwas ängstlich", erzählte sie. Allzu viel Angst brauchten aber selbst die jüngsten Theatergäste im Saal des Gasthauses Schmeer auf der Ritterstraße nicht zu haben, denn neben den Teufeln, die um Eberhard buhlten, waren auch die beiden Engel Amanda und Serafina zur Stelle und halfen kräftig mit, dass der Wunsch des "Armen Teufels", endlich wieder bei den Menschen zu sein, schließlich in Erfüllung gehen sollte. "Ich bin froh, dass ich einen der beiden Engel spielen darf. Petra hat uns die Rollen zugeteilt, und ich denke, das ist so schon in Ordnung", erzählte Lena Rausch, die zusammen mit Joline Peter als Engel den gelungenen Gegenpart zu den Teufeln gab.

Aber nicht nur die Himmelsbewohner, auch die drei Geschwister Klaus, Evi und Susi hatten ein großes Interesse daran, den kleinen Eberhard zu befreien. Und wie es sich für ein Märchen gehört, musste zwar erst ein Ausflug in die Hölle überstanden werden, doch am Ende schließlich siegte das Gute - nicht zuletzt durch den Mut der kleinen Susi, toll gespielt von Margarethe Fisch. Susi war es schließlich, die das Ungeheuer in die Flucht schlug und ihren neuen Freund aus der Hölle rettete. Viel Beifall gab es vor dem allerletzten Vorhang für die Akteure, ein großer Applaus gilt aber auch den Bühnenbauern, die das Publikum mit den aufwendigen Bühnenbildern sogar mit auf die Reise in die Hölle genommen haben.

volksbuehnepuettlingen.de



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Auf einen BlickWeitere Vorstellungen: Für alle, die die Premiere von "Der kleine Teufel Eberhard" verpasst haben, spielt das Ensemble der Neuen Volksbühne Püttlingen am kommenden Samstag und Sonntag, 21. und 22. März, jeweils ab 16 Uhr (Einlass: 15 Uhr) noch einmal das Stück unter der Regie von Petra Linnenberger und Melanie Kuhnert im Saal des Gasthauses Schmeer, Ritterstraße in Püttlingen . cim