Technik rettet 96-Jährigen

Püttlingen/Völklingen. Als Lothar S. gestern gegen 13.45 Uhr von einem jungen Polizeibeamten wachgerüttelt und angesprochen wurde, da lag er auf einem Acker zwischen der Püttlinger Behringstraße und dem Sportplatz Jungenwald. Der Körper war nicht ausgekühlt, der Puls leicht erhöht

Püttlingen/Völklingen. Als Lothar S. gestern gegen 13.45 Uhr von einem jungen Polizeibeamten wachgerüttelt und angesprochen wurde, da lag er auf einem Acker zwischen der Püttlinger Behringstraße und dem Sportplatz Jungenwald. Der Körper war nicht ausgekühlt, der Puls leicht erhöht. Der 96-Jährige, körperlich offenbar unversehrt, wähnte sich allerdings nicht in einem Feld, sondern im Bett der Seniorenresidenz Viktoria, wo er seit Mitte Juli lebt und zuletzt am Vorabend gegen 17.30 Uhr gesehen worden war. Zuvor hatte er in Völklingen gelebt. Dass der rüstige ehemalige Soldat um 18 Uhr nicht zum Abendessen erschienen war, hatte zunächst keine Besorgnis erregt. Es gehört zu seinen Gewohnheiten, mit Stock und Schirm täglich zwei bis drei Stunden ums Haus zu gehen. Pro Stunde schafft er etwa einen Kilometer. Als er nach Mitternacht aber nicht im gemachten Bett lag, löste das Personal Alarm aus. Zunächst suchten Polizisten aus Heusweiler und Völklingen sowie die Völklinger Feuerwehr die Gegend ab, gestern gegen 11.30 Uhr rückten 30 Kräfte der Bereitschaftspolizei sowie Beamten weiterer Inspektionen aus der Umgebung an. Alles in allem waren über 40 Personen an der Suche beteiligt. Die Köllertaler Beamten Georg Riehm, verantwortlich für die Suchaktion, und Jürgen Weyland, der den eigentlichen Vermisstenfall bearbeitete, bezogen ihre Einsatzzentrale in der Caféteria des Hauses. Zunächst ließen sie noch einmal das ganze Haus und die Wege drumherum "links machen". Danach wurde die Öffentlichkeitsfahndung übers Radio begonnen und gingen die Polizisten alle Wege ab (die so genannten "Gesundheitspfade"), die auch der Rentner bevorzugt. Bus- und Taxifahrer wurden befragt, schließlich hatte Lothar S. 12 Euro dabei und hätte fortgefahren sein können. Das Grab seiner Frau und seine ehemalige Wohnung in Völklingen sowie eine von ihm geschätzte Wanderhütte auf der Bouser Höhe wurden "gecheckt". Dann flog der aus Rheinland-Pfalz angeforderte Polizeihubschrauber ein und hatte innerhalb weniger Augenblicke Erfolg: Seine Wärmebildkamera erfasste den Körper eines Menschen auf besagtem Feld, etwa 300 Meter Luftlinie vom Heim und 100 Meter von der Stelle, wo zu Fuß gesucht worden war. Unter welchen Umständen es den betagten Mann dort hinverschlug, wird wohl nie herauskommen. Innerhalb von fünf Minuten stand seine Identität fest und konnte der Einsatz Freude strahlend beendet werden. Notärzte aus der Luft und aus zwei Wagen kümmerten sich um den Mann und brachten ihn in eine Klinik.