Team vom Völklinger Albert-Einstein-Gymnasium kämpft gegen Polio

Völklinger Albert-Einstein-Gymnasium : Schüler kämpfen gegen Kinderlähmung

Ein Team vom Völklinger Albert-Einstein-Gymnasium sammelte rund 300 000 Flaschen-Schraubverschlüsse, um mit dem Verkaufserlös Polio-Impfungen in Afrika zu finanzieren.

Erwachsene würden sich schnell mal eine Sehnenscheidenentzündung einhandeln bei dieser Arbeit, die sich Schüler der sechsten Klassen des Völklinger Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) aufgeladen haben. Die 14 Kinder, viele von ihnen aus Püttlingen, sind in der Umwelt- und Tierschutz-Arbeitsgemeinschaft der Schule. Und sie haben Tausende Plastik-Schraubdeckel von Flaschen gedreht – letztlich kamen über 300 000 Stück zusammen. Nicht alle mussten die hoch motivierten Kinder von den Flaschen drehen, sie bekamen Unterstützung von Getränkeherstellern aus der näheren und weiteren Region. Den Vogel abgeschossen hat Sprudel-Hersteller Schwollen, der 240 000 Deckel beisteuerte.

Warum die Gymnasiasten diese Mühe auf sich genommen haben, ist schnell erklärt: Mit den gesammelten Deckeln von Ein- und Mehrwegflaschen können Leben gerettet werden, kann die Kinderlähmung bekämpft werden. In Europa ist die sogenannte Polio zwar weitestgehend ausgerottet, nicht zuletzt durch flächendeckende Impfungen. In einigen Entwicklungsländern ist das aber noch nicht so.

„Deckel gegen Polio“ heißt die vom Rotary Club Deutschland ins Leben gerufene Hilfsaktion, die durch das Sammeln von Deckeln Impfungen gegen die hoch infektiöse Kinderlähmung in afrikanischen Ländern finanziert, indem der gesammelte Kunststoff an Wiederverwerter verkauft wird. Mit 500 Deckeln könne man eine Impfung bezahlen, sagt Silvia Brandt vom Albert-Einstein-Gymnasium. „Mit dem Sammeln begonnen haben wir in unseren Familien, in der Klasse, im Freundeskreis“, so die Lehrerin bei einem Treffen in Püttlingen. Dort hat der Wasgaumarkt Lagerplatz zur Verfügung gestellt, wo die kunterbunten Deckel zwischengelagert werden. Für ein Kilogramm Plastikdeckel gibt es etwa 30 Cent.

Lennart Schmidt, Paul Dincher und Elija Bach taten sich bei der Deckel-gegen-Polio-Aktion besonders hervor, denn sie knüpften Kontakte zu Getränkehändlern in der Region, um vor Ort die Deckel abzuschrauben. „Ich hatte Blasen an den Händen“, berichtet zum Beispiel Lennart. Der Püttlinger Werner Pink, Großvater von einem der AEG-Schüler, berichtet zudem lachend von einem ganz eigenen Erlebnis: Mit einem Transporter hatte er eine verpackte 80 000-Deckel-Ladung von Schwollen abgeholt, und „unterwegs ist die Verpackung aufgegangen“.

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