Tausende kommen zum Büffelfest

Alle Kühe sind lila. Quatsch! Beim Büffelfest in der „Kellerkäl“ drehten sich am Donnerstag die Gespräche um Sanftmut, Gelassenheit und Schönheit der zentnerschweren Rindviecher. Das Fest war sehr gut besucht.

"Das Himmelreich ist bei den Kühen", so sagte es jedenfalls der Philosoph Friedrich Nietzsche . Monika Steimer, Gast beim Büffelfest am Köllerbach , drückt die Bewunderung anders aus: "Das Behäbige, das Muhen, für mich ist die Kuh so etwas wie eine Nana." Am Feiertag Fronleichnam gab's am Radweg Köllertal das dritte Büffelfest. Die Naturschutz treibenden Vereine aus Püttlingen hatten eingeladen, die Resonanz war riesig. Bei schönem Heumachwetter wollten Tausende die Herde sehen. Acht Wasserbüffel plus drei Konikpferde beweiden als "lebende Rasenmäher" das Feuchtgebiet zwischen Trimmtreff und Sportplatz.

Das Projekt begann 2013 auf Anregung des "Runden Tisch Landschaft", ein Zusammenschluss von Naturschützern im Köllertal.

Klaus Nickels, bei der Stadt Püttlingen für die Themen "Umwelt und Natur" zuständig, sagt: "Die Fläche drohte zu verbuschen. Jetzt, im dritten Jahr der Beweidung, kann man schon viele positive Effekte im Wiesenpfädchen beobachten." Und er kann auch Neues berichten: "Demnächst wollen wir durch eine Furt auch auf die andere Köllertalseite ausweichen."

Das Geld für ihr Beweidungsprojekt erhielten die beteiligten Vereine aus so genannten ökologischen Ausgleichsmaßnahmen. Kurz gesagt: Wer hierzulande Eingriffe in die Natur vornimmt, wie etwa beim Bau der neuen Rehaklinik Püttlingen, zahlt Geld ein für den aktiven Naturschutz an anderer Stelle. Nickels: "Durch diese Gelder ist unser Projekt auf 20 Jahre gesichert." Doch nicht am Geld allein lässt sich der Erfolg festmachen, Nickels: "Die Sache funktioniert nur durch das ehrenamtliche Engagement vieler Freiwilliger."

Beim Büffelfest war das auch unübersehbar. Viele Helfer vom Natur- und Vogelschutzverein Püttlingen, vom Nabu und der Artenschutzgemeinschaft Köllertal halfen, das Büffelfest auf dem Gelände des Turnvereins Köllerbach im rechten Schwung zu halten und gleichzeitig für ihre Aktivitäten zu werben. Im Hintergrund arbeiteten beispielsweise fünf jugendliche Asylbewerber aus Afghanistan, Syrien und Afrika in der Spülküche.

Den spektakulärsten Job im Beweidungsprojekt hat zweifellos Rentner Günter von dem Broch. Er hat gelernt, die massigen Tiere, allen voran den schätzungsweise 500 Kilo schweren Bullen Shrek, zu massieren - mit einem Gartenrechen. Von dem Broch: "Die Tiere warten nur darauf, dass ich mit dem Wellness-Rechen komme. Wenn man sie richtig anspricht, sind sie ganz sanftmütig." Willig, ruhig, genügsam, lässig wirken die Wasserbüffel. Eigenschaften, die den Besuchern gut gefallen: "Mich beeindruckt, wie anspruchslos und zufrieden diese riesigen Tiere wirken", sagt Degenhard Bartel. "Kühe gelten nicht umsonst als Sinnbild der Mütterlichkeit", schließt sich Daniela Schley an.

Geht es nach der Artenschutzgemeinschaft, sollen demnächst weitere Rinder oder Ziegen noch mehr brachliegenden Flächen am Köllertal beweiden, "von der Quelle bis zur Mündung", hofft Klaus Nickels. Sondierungsgespräche mit den Verantwortlichen in den anderen drei Anrainerkommunen gab es bereits. Darüber hinaus läuft seit dem Frühjahr auch ein Beweidungsprojekt des Natur- und Vogelschutzvereins im Püttlinger Mühlengrund mit schottischen Hochlandrindern.