"Tafel macht für Püttlingen Sinn"

"Tafel macht für Püttlingen Sinn"

Püttlingen. Als Tafel werden Hilfsorganisationen bezeichnet, die einwandfreie Lebensmittel, die normalerweise vernichtet werden sollen, weil beispielsweise ihr Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft, an Bedürftige verteilen. Tafeln gibt es mittlerweile in vielen deutschen Städten

Püttlingen. Als Tafel werden Hilfsorganisationen bezeichnet, die einwandfreie Lebensmittel, die normalerweise vernichtet werden sollen, weil beispielsweise ihr Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft, an Bedürftige verteilen. Tafeln gibt es mittlerweile in vielen deutschen Städten. Sie arbeiten eng mit den Behörden und den Supermärkten beziehungsweise mit Lebensmittelgeschäften in ihrer Umgebung zusammen. Macht eine solche Tafel auch für Püttlingen Sinn? "Ja", glaubt Püttlingens Bürgermeister Martin Speicher (Foto: SZ). Die Saarbrücker Zeitung hat mit dem Püttlinger Behördenleiter über das Thema gesprochen, nachdem bekannt wurde, dass er selbst den Vorsitz im neu gegründeten Verein "Sozialinitiative Püttlingen" übernommen hat. Dieser möchte nicht nur eine Tafel in Püttlingen, sondern auch ein Sozialkaufhaus gründen, in dem Bedürftige beispielsweise gespendete Kleider, Möbel, Hausrat, Bücher und mehr für einen geringen Abgabepreis kaufen können.Wenn auch Püttlingen nicht mit sozialen Brennpunkten größerer Städte vergleichbar sei, gebe es doch auch hier etliche Familien, die am unteren Rand des Existenz-Minimums leben müssten. Deshalb seien sie auf die angedachten Einrichtungen angewiesen, sagt Speicher. Der Bürgermeister meint: "Wir betreten hier Neuland, sind aber davon überzeugt, Sinnvolles zu tun." Als Bürgermeister stelle er sich mit seinen Mitarbeitern, die weitere Vorstandsämter im neuen Verein ausüben, gerne in den Dienst der guten Sache. Speicher sagt, dass das Projekt vom Runden Tisch für soziale Fragen in der Stadt Püttlingen unterstützt werde: "Dort gibt es in den Vereinen und Organisationen viele ehrenamtliche Helfer, die nur auf den Start warten, um dann mithelfen zu können. Diesen Leuten wollen wir die ganze Verwaltungsarbeit und den Organisations-Aufwand nicht zumuten. Das übernehmen wir."Schließlich gelte es doch, Räumlichkeiten zu finden (Speicher: "Die Verhandlungen sind auf einem guten Weg"), ein geeignetes Transport-Fahrzeug anzuschaffen, für Kühlmöglichkeiten zu sorgen, Firmen und Geschäfte anzusprechen, die Waren zur Verfügung zu stellen und schließlich die regelmäßige Verteilung der Lebensmittel und Hilfsgüter zu organisieren. Speicher: "Der Termin für den Start steht noch nicht genau fest. Aber ich gehe davon aus, dass wir noch in diesem Jahr die Sache spruchreif klären können."