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Wechsel zum FC Kutzhof
Eine Sturm-Legende geht mit Wehmut

So kennt man Davit Bakhtadze (links): Der Stürmer lässt im Trikot der Sportfreunde Köllerbach mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler stehen – meist folgt danach ein Torabschluss oder eine Vorlage für einen Mitspieler. In Zukunft will er für den FC Kutzhof seine Qualitäten unter Beweis stellen.
So kennt man Davit Bakhtadze (links): Der Stürmer lässt im Trikot der Sportfreunde Köllerbach mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler stehen – meist folgt danach ein Torabschluss oder eine Vorlage für einen Mitspieler. In Zukunft will er für den FC Kutzhof seine Qualitäten unter Beweis stellen. FOTO: Wieck / Thomas Wieck
Köllerbach/Rastpfuhl. Davit Bakhtadze verlässt nach 16 Jahren die Sportfreunde Köllerbach. Der 40-Jährige wechselt zum FC Kutzhof. Verabschiedet wird er im Heimspiel gegen den überraschend gut gestarteten Aufsteiger FC Rastpfuhl aber noch nicht. Von Philipp Semmler

Dass ein Fußballer 16 Jahre lang das Trikot des gleichen Vereins trägt – das ist auch im Amateurfußball mittlerweile nicht mehr gang und gäbe. Davit Bakhtadze von den Sportfreunden Köllerbach ist ein solcher Spieler. Nachdem der gebürtige Georgier 2001 nach Deutschland kam, kickte er ein Jahr lang für den FV Püttlingen. 2002 wechselte er zum Lokalrivalen nach Köllerbach – und den Sportfreunden hat er bis heute die Treue gehalten. Er erzielte für sie in 16 Jahren 195 Liga-Tore. „Wie viele genau es sind, weiß ich nicht. Aber es dürften mehr als 300 gewesen sein“, erklärt der Angreifer.


Auch dank der „Buden“ von Bakhtadze schaffte es Köllerbach, von der Landes- bis in die Oberliga aufzusteigen. Auch dort traf der heute 40-Jährige wie am Fließband. Zwischen 2009 und 2011 wurde Bakhtadze drei Mal in Folge Torschützenkönig dieser Liga. Vom 2012 bis 2016 lenkte der Georgier auch als Spielertrainer die Geschicke des Clubs. „Davit hat die Sportfreunde Köllerbach geprägt wie kein anderer Spieler in der Vereinsgeschichte.“, sagt Sportvorstand Bernd Gillet.

Doch nun ist für Bakhtadze Schluss in Köllerbach: Am Donnerstagabend teilte der Routinier seinen Mannschaftskollegen im Training mit, dass er den Club verlässt. „Diese Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Köllerbach hat nämlich einen Platz im Herzen gewonnen“, erklärte der 40-Jährige gegenüber der SZ mit hörbar bewegter Stimme: „Aber in meinem Alter ist es schwer geworden, den hohen Trainingsaufwand in der Saarlandliga zu betreiben und diesen mit Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.“



Die Fußball-Schuhe wird der Stürmer nicht an den Nagel hängen. Er wechselt zum Tabellenführer der Bezirksliga Neunkirchen, dem FC Kutzhof. „Das Gespräch dort mit dem sportlichen Leiter Julian Vogel hat mich überzeugt“, sagt Bakhtadze. An diesem Wochenende wird er noch nicht für seinen neuen Verein auflaufen. Denn an diesem Freitag flog er in die ukrainische Hauptstadt Kiew, wo für ihn in den kommenden Tagen die Prüfungen für die Fußball-Lehrer-Lizenz anstehen. Deshalb wird das Urgestein nicht an diesem Samstag um 18 Uhr beim Heimspiel der Köllerbacher gegen Aufsteiger FC Rastpfuhl verabschiedet, sondern 14 Tage später beim Heimspiel gegen Borussia Neunkirchen.

Auch ohne Bakhtadze, der diese Saison erst zu zwei Kurzeinsätzen in der Saarlandliga kam, hofft Köllerbach, seine Erfolgsserie ausbauen zu können. Nach nur einem Punkt aus den beiden ersten Saisonspielen gewann die Mannschaft von Spielertrainer Robin Votgland zuletzt vier Mal in Serie. Dadurch kletterten die Sportfreunde Köllerbach auf Tabellenplatz fünf. Sie sind punkt- und torgleich mit dem FC Rastphuhl.

Mit zehn Punkten aus fünf Begegnungen ist der Aufsteiger sehr zufrieden. „Wir wussten, dass wir fußballerisch in dieser Liga mithalten können. Aber dass wir so gut starten, war nicht zu erwarten“, sagt sich Christian Puff. Er ist mit Mirza Mehmedovic Spielertrainer beim Liga-Neuling. Auf dem Platz mitgewirkt hat der 31-Jährige bislang nicht. Eine Entzündung im Sprunggelenk zwang Puff zum Zuschauen. Doch die Rückkehr des Angreifers rückt in greifbare Nähe. „Ich habe wieder mit dem Lauftraining begonnen.“ Puff ergänzt: „Vielleicht reicht es schon Anfang September für einen Kurzeinsatz.“ In Köllerbach wird er noch pausieren – auch wenn er eine schwere Partie für seine Mannschaft erwartet: „Das wird vielleicht die härteste Nuss, die wir bislang knacken mussten.“