Spürhund Sally rettet Seniorin

Am Anfang stand die Aufmerksamkeit eines Spaziergängers: Ihm fiel ein seit Tagen verlassenes Auto auf. Erst dadurch wurde klar, dass eine 84-Jährige im Püttlinger Jungenwald verschwunden war. Bei einer nächtlichen Suchaktion mit 80 Helfern wurde die Frau, auch mit Hilfe eines Saarbrücker Personenspürhundes, gefunden. Sie war in einem lebensbedrohlichen Gesundheitszustand.

Bei einem Spaziergang im Püttlinger Jungenwald war eine Seniorin vom Weg abgekommen und gestürzt, berichtet die Polizei . Allein konnte sich die 84-Jährige nicht mehr aus ihrer misslichen Lage befreien und musste bis zu ihrer Rettung vier Tage im Wald ausharren.

Zu allem Unglück wurde die Püttlingerin zunächst auch nicht vermisst. Doch schließlich fiel einem aufmerksamen Spaziergänger auf, dass der blaue Kleinwagen der Seniorin seit vier Tagen nahe der Edelweißhütte abgestellt war. "Ihm war auch bekannt, dass das Fahrzeug einer älteren Dame gehört, die des Öfteren in diesem Bereich spazieren geht", sagte Jens Dewes von der Polizeiinspektion (PI) Köllertal.

Der Mann informierte das Püttlinger Ordnungsamt und dieses die Polizei . Im Laufe der die Ermittlungen der PI Köllertal erhärtete sich schnell der Verdacht, dass sich die 84-Jährige irgendwo im Wald im Umfeld der Edelweißhütte aufhalten musste. Und so leitete die Polizei am späten Montagabend eine große Suche ein. Etwa 80 Personen, aufgeteilt in mehrere Gruppen, waren im Einsatz, zudem elf Suchhunde, darunter auch ein speziell ausgebildeter Personensuchhund ("Mantrailer"), nämlich die achtjährige Schäferhündin Sally vom THW Saarbrücken, geführt von Heike Becker.

Nach über vier Stunden vergeblicher Suche schlug Sally an, und unabhängig davon gab auch ein weiterer Hund in dem Suchsektor Laut. Zwar gelang den Hunden noch keine exakte Ortung, doch eine Suchkette fand schließlich in dem Bereich - gegen zwei Uhr in der Nacht zum Dienstag - die Seniorin. Sie war noch ansprechbar, sagte DRK-Sprecher Oliver Reichert, doch war die 84-Jährige aufgrund der Situation in einem lebensbedrohlichen Gesundheitszustand und wurde auf die Intensivstation der Püttlinger Klinik gebracht.

Am Einsatz beteilig waren die Polizei , die Püttlinger Feuerwehr, Rettungshunde des DRK, des BRH (Bundesverband Rettungshunde) und des THW aus Saarbrücken, Nohfelden und von der Obermosel. Das DRK Walpershofen übernahm den Kliniktransport, das DRK Gersweiler-Ottenhausen versorgte die Suchmannschaften mit warmen Getränken.

Und von der Polizeiinspektion Köllertal gibt es ein großes Lob an alle Helfer "für die hervorragende und professionelle Zusammenarbeit. Der gemeinsame Einsatz, die Spürnasen der Hunde und die Wachsamkeit eines Spaziergängers haben ein Leben gerettet".

Zum Thema:

Viele halfen bei der Suche im Jungenwald. Foto: Becker& Bredel. Foto: Becker& Bredel

Hintergrund Personenspürhunde, auch Mantrailer genannt (vom englischen "man" = "Mensch" und "trail" = "verfolgen"), sind besonders auf die Gerüche von Menschen trainiert. Im Gegensatz zu anderen Suchhunden richten sie sich nicht hauptsächlich nach der Fährte am Boden, sondern insbesondere nach den Duftmolekülen in der Luft. Ein Mensch verliert zum Beispiel ständig Hautschuppen, deren Partikel verwirbelt werden und deren durch Bakterien entstehender Geruch von einem Hund etwa 36 Stunden wahrgenommen werden kann (hierbei handelt es sich um eine grobe Angabe, da auch die jeweiligen Wetterverhältnisse eine Rolle spielen). Der Geruch von Blutkörperchen kann sogar etwa 120 Tage wahrgenommen werden. red

Mehr von Saarbrücker Zeitung