Hitziger Abend am Bahnsteig: Springsteen-Songs begeistern Besucher

Hitziger Abend am Bahnsteig : Springsteen-Songs begeistern Besucher

Die Band Bosstime heizt den Musikfans am Püttlinger Kulturbahnhof mächtig ein.

Einen kräftigen Applaus schickte Thomas Heinen, Kopf der Band Bosstime, am Freitagabend aus Püttlingen in in Richtung Petrus. Der habe es die letzten Tage, scherzte er, vielleicht sogar ein bisschen übertrieben.

Und so heiß wie am letzten Freitagabend war es auf dem Bahnsteig beim Sommerfahrplan in diesem Jahr wohl wirklich noch nicht. Das lag zum einen natürlich an den anhaltend tropischen Temperaturen, zum anderen aber auch sicherlich an den Musikern von Bosstime. Die heizten dem Publikum gleich zu Beginn ganz schön ein. Und da durfte es bei den rockigen Stücken von Bruce Springsteen dann auch schon mal ein bisschen lauter werden.

Und wer selbst da noch nicht von den Rocksongs infiziert schien, wurde von Heinen, mit Gitarre und rockiger Stimme bewaffnet, in den Publikumsreihen aufgesucht und zum Mitmachen animiert. Die Mühe lohnte sich, schon zur Pause tobte der Bahnhof, das Publikum spendete trotz Hitze tosenden Beifall. Aber nicht nur die Hände bekamen ganz schön was zu tun, auch für die Stimmbänder war der Besuch am Freitagabend ein gutes Training. Denn nur zuhören, auch dagegen hatte Heinen etwas einzuwenden. „Wer jetzt nicht mitsingt, wird des Platzes verwiesen“, scherzte er. Das Publikum stimmte ganz ohne Angst, dafür mit viel Freude mit ein, und der ganze Bahnhof schmetterte „Born in the USA“.

Gerade bei diesem Song hatte der Leadsänger kritische Worte mitgebracht. So bereiten ihm die aktuellen großen „Demokraten“ wie Trump, Putin und Erdogan große Sorgen. „Schon damals war Ronald Reagan ganz angetan von Bruce und diesem Song, hätte er mal nur auch bei den Strophen zugehört“, lautete Heinens Kritik.

Auch sonst war er abseits der großen Songs, die allesamt ganz nah am Original für tolle Stimmung sorgten, schlagfertig und hielt nicht mit seiner Meinung hinterm Berg. Mahnende Worte gab es in Sachen Flüchtlingspolitik „Die Erde ist rund, und jeder darf so viel reisen, wie er will. Wenn es in A Scheiße ist, dann darf jeder weiterreisen“, erklärte der weltoffene Kölner. Neben fetzigen Songs hatte er auch das weltbekannte Stück, bei dem es „Schmierkäse aufs Brot“ (Philadelphia, Anmerkung der Redaktion) mitgebracht, das vom Publikum frenetisch gefeiert wurde. Viel Beifall gab es auch für seine Musiker, die solistisch begeisterten. Bereits vor einigen Jahren, erzählte er in der wohlverdienten Pause, war er mit Major Heuser schon in Püttlingen. „Die Leute wissen, dass sie hier qualitativ hochwertige Musik erwartet. Uns macht das Spielen hier viel Spaß“, betonte er.

Am Freitag, 3. August, erwartet die Gäste im Rahmen des Sommerfahrplans auf dem Püttlinger Bahnhof Bluesrock der Band Honey Creek. Zudem werden Bodo und Carmen Groß aus Riegelsberg, die mit ihrer Klimaradtour ab dem 5. August die Arbeit des Kulturforums, hier die energetische Sanierung des Bahnhofs unterstützen wollen, vorgestellt. Der Eintritt ist wie immer frei.