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Plan der Köllertaler Energiebürger
Solarzellen aufs Bahnsteigdach

Aufs Bahnsteigdach am Püttlinger Kulturbahnhof (Bildmitte) könnte eine Solaranlage gebaut werden.
Aufs Bahnsteigdach am Püttlinger Kulturbahnhof (Bildmitte) könnte eine Solaranlage gebaut werden.
Püttlingen. Köllertaler Energiebürger wollen Photovoltaik-Anlage in Püttlingen bauen und Strom für den Eigenbedarf erzeugen. Von Walter Faas

Klimaschutz tut not. Karl Werner Götzinger, Vorsitzender der Bürger-Energie-Genossenschaft Köllertal (BEG), erläuterte in der jüngsten Sitzung des Püttlinger Werksausschusses die Idee der BEG und des Kulturforums Köllertal, dem Dach des früheren Püttlinger Bahnsteiges eine Solaranlage aufzusetzen. Gebäude und Dach gehören der Stadt Püttlingen. Der Verein Kulturforum ist Pächter. Die BEG (siehe Info) sucht Flächen.


Der Denkmalschutz und weitere Beteiligte haben Zustimmung signalisiert, zumal man die geplanten Kollektoren von unten kaum sieht. Götzinger: „Die Rede ist von 120 Modulen von 30 kWp.“ Die Abkürzung kWp steht für Kilowatt Peak, die gebräuchliche Bezeichnung für Solarstrom. Anders ausgedrückt: Die Initiatoren erhoffen sich eine jährliche Stromleistung von 25 000 Kilowatt, die direkt vor Ort vom Kulturbahnhof genutzt werden könnte und somit etwa die Hälfte des Stromverbrauchs des Hauses samt Gastronomie, stromintensiver Kühlung, Tagungsräumen, Stückguthalle und so fort decken könnte. In einem späteren Bauabschnitt sei an einen Stromspeicher gedacht.

Der Stadt Püttlingen entstünden durch den Bau der Photovoltaik-Anlage keine Investitionskosten. Sie gewänne an Prestige, weil hier klimaneutral Energie erzeugt werde, zweitens Bürger über die Mitgliedschaft in der Genossenschaft finanziell beteiligt seien und drittens heimische Unternehmer die Anlage bauen würden.



Clemens Sebastian, Vorsitzender des Kulturforums, erinnerte daran, dass ein Planungsteam aus Mitgliedern, externen Fachleuten und der Stadtratsfraktionen dem Projekt positiv gegenüber stünden. Es entspreche auch dem Klimaschutzkonzept der Stadt. Und der Verein erwartet Gewinne. Das Modell sieht vor, dass die BEG die Photovoltaikanlage-Anlage errichten lässt und diese an den Betreiber – Kulturforum oder Stadt – auf 20 Jahre verpachtet.

Jetzt gilt es, Statik, Elektrik, Beschattung durch nahestehende Bäume und nicht zuletzt auch die Kosten zu berechnen. Diese detaillierte Planung werde sodann dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. Sebastian gibt sich optimistisch: „Eine Solaranlage auf einer denkmalgeschützten Bahnsteigüberdachung ist zumindest im Saarland ein Novum. Wir sind guter Ding, den Bau des Solardaches bereits im Jahr 2019 realisieren zu können.“