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SKF – Was zehn Jahre nach dem Ende aus dem Gelände der Kugellagerfabrik und den Arbeitsplätzen wurde

SKF – Was zehn Jahre nach dem Ende aus dem Gelände der Kugellagerfabrik und den Arbeitsplätzen wurde

Zehn Jahre ist es her, dass mit dem Kugellagerwerk in Etzenhofen 320 Arbeitsplätze verloren gingen. Sind hier neue Jobs entstanden? Welche Pläne hat die Stadt Püttlingen mit dem noch brach liegenden Teil der Fläche? Wir sprachen mit Bauamtsleiter Rainer Stein.

Es war ein Schock: Im Oktober 2003 teilte es die deutsche Unternehmensführung der Schwedischen Kugellagerfabrik (SKF) in Schweinfurt offiziell mit: Das Werk in Etzenhofen soll - trotz schwarzer Zahlen - geschlossen werden. Die 320 Mitarbeiter kämpften dagegen an, demonstrierten in Schweinfurt , suchten die Unterstützung der Politik. Doch es half nichts. Zum Jahresende 2004 wurde das Werk geschlossen, einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Köllertal hatte dicht gemacht.

Wie hat sich das Gelände in zehn Jahren entwickelt? Konnte wenigstens ein Teil der verlorenen Arbeitsplätze zurückgewonnen werden? Etwa drei Monate nach Schließung des SKF-Werks teilte die Stadt Püttlingen mit: "Die Verhandlungen zur Ansiedlung von Saar-Hartmetall konnten erfolgreich zum Abschluss gebracht werden." Das Unternehmen Saar-Hartmetall und Werkzeuge übernahm rund 2,5 Hektar des früheren SKF-Geländes, baute eine neue Halle und übersiedelte mit 130 Mitarbeitern von Völklingen. Heute sind es 150 Mitarbeiter.

In den folgenden Jahren kann die Stadt weitere Teile des Geländes vermarkten: Elektro Schmidt und die Firma VUT siedeln sich an. Die Firma Huppert kauft und übernimmt rund einen Hektar, um hier Baumaschinen abzustellen, zu reparieren und zu verkaufen. Im November 2011 wird der obere SKF-Parkplatz an die Firma "SPS Solar Power 1" verpachtet. Diese baut eine Freiflächensolaranlage, die in der Lage ist, etwa 100 Haushalte ganzjährig mit Strom zu versorgen. "Mithin ist die Hälfte des ursprünglich sieben Hektar großen Werksgeländes bereits vermarket", schildert der Püttlinger Bauamtsleiter Rainer Stein. Wichtiger: "In Etzenhofen wurden rund 180 Ersatz-Arbeitsplätze geschaffen."

SKF Schweinfurt habe ebenso zügig wie zuverlässig in mehreren Bauabschnitten das gesamte Gelände saniert und die Altgebäude, bis auf das noch stehende Pförtnerhäuschen, abgerissen. Fast 50 000 Tonnen Bauschutt und Erdmassen, der größte Teil davon kontaminiert, sind dabei weggefahren und entsorgt worden, ebenso wie zusammen rund 160 000 Liter Altöl, Asphalt, Bitumen und Asbest. Stein: "Heute ist das gesamte Gelände rückstandsfrei."

Jetzt ist noch eine Freifläche von rund drei Hektar übrig, von der allerdings wegen der Geländesituation nur etwa die Hälfte für eine gewerbliche Erschließung in Frage kommt - das entspricht etwa der Größe von drei Fußballfeldern. Wie geht es weiter? Stein: "Die Stadt ist in vielversprechenden Verhandlungen mit einem Unternehmen der Maschinenbaubranche, das an der Übernahme des Geländes interessiert ist und hier in neue Arbeitsplätze investieren will." Den Namen des Unternehmens will der Bauamtsleiter nicht preisgeben, bevor "die Verträge unter Dach und Fach sind".

Das gesamte Gelände des SKF-Altwerks hatte die Stadt Püttlingen bereits 2010 über ihren Kommunalen Service Püttlingen zur Vermarktung übernommen.

Die Stadt habe in den vergangenen Jahren die Erschließung des Geländes auch baurechtlich geplant. Lärmgutachten wurden erstellt, Bürger und betroffene Behörden an der Planung beteiligt, eine Erschließungsstraße gebaut. Stein: "In diesem Jahr geht es um weitere vorbereitende Maßnahmen, wie die Errichtung eines Glasfaseranschlusses und die Stromnetzverstärkung. Wir hoffen, noch in diesem Jahr mit dem erwähnten Produktionsbetrieb zu einer Einigung zu kommen, so dass hier in Etzenhofen weitere neue Arbeitsplätze entstehen können."

Mehr als 1000 Köllertaler demonstrierten am 1. Dezember 2003 in Schweinfurt vor dem Sitz der SKF-Deutschland für den Erhalt des Etzenhofer Werks. Foto: Becker & Bredel Foto: Becker & Bredel

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SKF-Geschichte: Die Firma HBH "Hans Baumgarten Heusweiler" produzierte ab 1949 am Heusweiler Bahnhof Kugellager für die saarländische Schwer- und Kohlenindustrie. 1954 siedelte das Unternehmen mit rund 250 Mitarbeitern nach Etzenhofen um. 1962 wurde es von der Schwedischen Kugellagerfabrik (SKF) übernommen, die das Werk mit 320 Mitarbeitern Ende 2004 aufgab und damit die Gleitlagerproduktion an den Firmenstandort Schweinfurt verlegte, dem deutschen Hauptsitz des Unternehmens. SKF besteht, laut eigener Internetseite, seit 1907 als "Technologieanbieter in Sachen Wälzlager, Dichtungen, Schmiersysteme und Mechatronik". Die Unternehmensgruppe beschäftigt heute weltweit rund 48 000 Mitarbeiter. et