| 20:49 Uhr

Später Ausgleich
Wenn der Abpfiff auf sich warten lässt

Köllerbachs Yannick Nonnweiler zieht ab, Rastpfuhls Stefan Kaeding (links) und Mirco Ingenbrand (rechts) können nur noch zuschauen.
Köllerbachs Yannick Nonnweiler zieht ab, Rastpfuhls Stefan Kaeding (links) und Mirco Ingenbrand (rechts) können nur noch zuschauen. FOTO: Peter Franz
Köllerbach. Der FC Rastpfuhl erzielt bei den Sportfreunden Köllerbach in der 96. Minute das Tor zum 2:2-Endstand. Von Philipp Semmler

„Pfeif ab“ riefen die Anhänger der Sportfreunde Köllerbach Schiedsrichter Manuel Reichardt immer wieder zu. Im Heimspiel gegen Aufsteiger FC Rastpfuhl führte der Fußball-Saarlandligist am Samstag vor 235 Zuschauern mit 2:1. Der für die Gastgeber erlösende Schlusspfiff wollte einfach nicht ertönen. Fast sechs Minuten dauerte die Nachspielzeit schon, als die Gäste einen Freistoß bekamen. Der Ball flog an die Latte und kam von dort aus zum eingewechselten Gäste-Spielertrainer Christian Puff. Der legte mit dem Kopf für Nico Culum auf. Und dieser drückte die Kugel aus kurzer Distanz zum 2:2 über die Linie. Danach war Schluss – und der Jubel bei den Gästen groß.


„Der Schiri hat eigentlich drei Minuten Nachspielzeit angezeigt. Wenn dann in der sechsten Minute der Nachspielzeit der Ausgleich fällt, ist das sehr bitter und es hat einen faden Beigeschmack“, jammerte Köllerbachs Spielertrainer Robin Vogtland. Der 28-Jährige monierte zudem, dass sein Trainerkollege Puff bei der Vorbereitung des Ausgleichstreffers im Abseits gestanden habe. Puff meinte dazu: „Das ist schwer zu sagen. Ich denke, der Köllerbacher Torwart war auf meiner Höhe und es stand noch ein Spieler auf der Linie.“ Aber warum stand Puff überhaupt auf dem Spielfeld? Im Vorfeld der Partie hatte der 31-Jährige angekündigt, dass er nach einer Bänderverletzung noch nicht einsatzfähig wäre. „Es ist personell etwas eng geworden, weil wir ein paar Ausfälle hatten. Da habe ich mich doch auf die Bank gesetzt“, erklärte er grinsend. In der 82. Minute wechselte er sich ein.

Vor den Turbulenzen um den späten Ausgleichstreffer der Gäste hatten die Zuschauer eine spannende Partie gesehen. In der 34. Minute brachte Yannick Nonnweiler die Gastgeber mit seinem vierten Saisontreffer in Führung. Der Angreifer steuerte nach einem weiten Ball von Ognyan Mitkov alleine auf das Tor zu, umkurvte Rastpfuhls Schlussmann Tobias Knapp und schob zum 1:0 ein. Wenig später „rappelte“ es auf der Gegenseite. Einem Treffer von Rastpfuhls Ram Jashari wurde aber wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert. Beim 1:1 in der 58. Minute war alles regulär. Ein Freistoß von Marcel Noll wurde von Köllerbachs Jerry Laloe abgefälscht und schlug so unhaltbar zum 1:1 im Köllerbacher Tor ein.



Eine Viertelstunde später gingen die Sportfreunde erneut in Führung. Valentin Solovej verwandelte einen Foulelfmeter zum 2:1. Für den Stürmer war es der sechste Saisontreffer. Nonnweiler war zuvor von Mirco Ingenbrand gelegt worden.

Für den FC Rastpfuhl war der späte Ausgleich dann ein Deja-Vue-Erlebnis. Schon am Spieltag zuvor hatte der Aufsteiger im Heimspiel gegen die SV Elversberg II in letzter Sekunde zum 2:2 getroffen. „Wir haben bis zur letzten Sekunde alles gegeben – und dafür sind wir erneut belohnt worden“, erklärte Puff. Und er ergänzte: „Wenn man als Aufsteiger in Köllerbach nicht verliert, kann man zufrieden sein.“

Nachdem der erste Ärger über das 2:2 verflogen war, zog auch Vogtland ein zufriedenes Fazit: „Dass es nur ein Punkt geworden ist, ist kein Weltuntergang. Wir spielen diese Saison guten Fußball und elf Zähler aus sechs Spielen sind eine gute Bilanz“. Damit stehen die Sportfreunde auf Tabellenplatz fünf – punkt und torgleich mit Rastpfuhl. Der FC spielt am Sonntag um 15 Uhr zu Hause gegen den Mitaufsteiger und Tabellenneunten SV Rohrbach. Köllerbach ist eine halbe Stunde später beim Liga-neuling und Tabellenzwölften SF Rehlingen-Fremersdorf zu Gast.