Seltene Uhren aus dem Schwarzwald in Püttlingen im Museum

Sonderausstellung im Uhrenmuseum : Raritäten aus dem Schwarzwald in Püttlingen

Das Saarländische Uhrenmuseum zeigt in einer Sonderausstellung sehenswerte Schwarzwalduhren.

„Die Geschichte der Schwarzwalduhren begann im 17. Jahrhundert auf den verschneiten Höfen des Schwarzwaldes“, sagt Ferdinand Mesarosch, Vorsitzender des Freundeskreises alter Uhrmacherkunst. Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Klaus Hoffmann stellt Mesarosch der SZ die aktuelle Sonderausstellung im Uhrenmuseum im Püttlinger Stadtteil Köllerbach vor.

Ab 1720 ist der Bau von Uhren an vielen Orten im Schwarzwald schriftlich erwähnt. „Meist haben sich die sogenannten Häusler damit ihren Lebensunterhalt verdient“, sagt Hoffmann. „Häusler“, das waren die Söhne von Bauern, die den Hof ihrer Väter nicht erbten. Und deren Handwerk mit der Zeit immer kunstfertiger wurde: Nicht nur, dass der flötende Kuckuck durch andere Motive wie Schildwache, Flötenspieler, Trommler, Glockenschläger, Bahnwärter, Kapuzinermönch, ja sogar durch den Beil schwingenden Schlachtermetzger mit dem armen Kälbchen ersetzt wurde, auch der Aufbau der Uhrenwerke wurde immer raffinierter.

Schlagwerk hinten, Gehwerk vorne, Langpendel, Messingspindel, Lackschild-, Schotten-, Sorg- oder Jockeleuhr - die Kunstfertigkeit der Uhrenbauer kannte keine Grenzen. Auch Musikwalzen wurden eingebaut und spielten zu jeder Stunde den Schneewalzer, einen flotten Marsch oder den Tango. „Mit den Jahren haben sich die Uhrenmacher zusammengeschlossen, und es entstanden eigene Fabriken. Die bekannteste ist Junghans in Schramberg“, erklärt Hoffmann. Das Saarländische Uhrenmuseum zeigt in einem eigenen Raum auch Leihgaben mit interessanten Raritäten aus den vergangenen Jahrhunderten.

Wer vom Schwarzwald-Spezial genug gesehen hat, der kann sich zum Eintrittspreis von drei Euro gleich noch die anderen Exponate im Uhrenmuseum anschauen. Etwa Elementaruhren aus den Anfängen der Zeitmessung, Turmuhren sowie Prunkuhren aus der großen Zeit des Adels oder des wohlhabenden Bürgertums. Von der Taschenuhr bis hin zur hochmodernen Atomuhr – die Besucher können im Museum eine Vielzahl unterschiedlichster Uhren begutachten.

Geöffnet ist das Uhrenmuseum in Püttlingen in der Engelfanger Straße 3 immer mittwochs und sonntags zwischen 15 und 18 Uhr. Auch zusätzliche Termine oder Gruppenführungen sind möglich.

Weitere Infos und Anmeldung für zusätzliche Termine können unter Telefon (06898) 691156 während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung  oder Telefon (06806) 480284 während der Öffnungszeiten des Museums vereinbart werden.

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