Schule fürs sichere Radeln

Köllerbach. Die gute Nachricht wird vor Ort deutlich: Viele Köllerbacher Kyllberg-Schulkinder können prima Fahrrad fahren. "Leider nicht alle", sagt aber Rektor Paul Schneider, als er am Donnerstag ein neues Projekt im Lehrplan Sport vorstellt

Köllerbach. Die gute Nachricht wird vor Ort deutlich: Viele Köllerbacher Kyllberg-Schulkinder können prima Fahrrad fahren. "Leider nicht alle", sagt aber Rektor Paul Schneider, als er am Donnerstag ein neues Projekt im Lehrplan Sport vorstellt. "Alle 27 Minuten wird auf Deutschlands Straßen ein Kind von einem Auto erfasst, oft als Radfahrer", heißt es bei der ADAC-Stiftung "Gelber Engel". "Viele Kinder können überhaupt nicht fahren oder nur sehr unsicher", weiß Rektor Schneider von seinen Lehrern. Die üben regelmäßig mit den Drittklässlern auf dem Verkehrsübungsplatz Völklingen. Dabei wurde das Defizit bemerkt. "Heute gibt es leider immer mehr Kinder, die weder schwimmen noch Fahrradfahren können", sagt Schneider. "Das wollen wir ändern", beschloss das Kyllberg-Kollegium, zumal die Schule als sportorientiert gilt.Guter Plan, gelungene Umsetzung: In Zeiten knapper öffentlicher Kassen gilt es, Projekte fantasievoll zu starten. Die Köllerbacher Grundschule appellierte an Eltern, Förderverein, ADAC und Stadt Püttlingen, mit Erfolg: 25 Fahrräder samt Helmen wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. Hausmeister Rolf Weber baute im Handumdrehen eine passende Fahrradgarage. Die Erwerbslosenselbsthilfe Püttlingen übernimmt die Wartung der Räder. Schon düsen die Kyllbergkinder über den Schulhof, der mit aufgemalten Zeichen zum Bewegungsfeld "Gleiten, Rollen, Fahren" umfunktioniert wurde.

Ergänzend zum Sachunterricht Fahrradfahren forderte ADAC-Sprecher Andreas Stoffel bei dieser Gelegenheit die Eltern auf, ihre Kinder, besonders in der dunkeln Jahreszeit, nie ohne reflektierende Sicherheitsweste auf den Weg zur Schule, zum Spielplatz oder zu Freunden zu schicken. Stoffel: "Machen Sie Ihre Kinder besser sichtbar und ziehen Sie ihnen die Sicherheitsweste auch tatsächlich an. Ein dunkel gekleidetes Kind kann bei Dämmerung im Abblendlicht erst in 25 Metern Entfernung erkannt werden. Ist das Kind hell gekleidet, erhöht sich die Distanz auf 40 Meter. Trägt Ihr Kind dagegen eine reflektierende Sicherheitsweste, ist es bereits aus 150 Metern Entfernung zu erkennen."

Die ADAC-Stiftung "Gelber Engel" hat allen 47 Köllerbacher Erstklässlern passende Schutzwesten spendiert.

Die Grundschule Köllerbach nimmt gerne weitere gebrauchte und intakte Fahrräder als Spende entgegen, ebenso Fahrradhelme für Kinder. Infos unter Tel. (0 68 06) 4 87 91.

www.gs-koellerbach.de