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Schicksale im Ersten Weltkrieg

Püttlingen. Kaum eine Region in Europa, in der nicht vor 100 Jahren Schicksale mit dem Ersten Weltkrieg verknüpft waren, der über 18 Millionen Tote und noch mehr Verletzte forderte. Der Krieg ist zentrales Thema im neuen Köllertaler Jahrbuch, das aber auch noch andere Geschehnisse zu bieten hat. Andreas Lang

Vor 100 Jahren tobte der Erste Weltkrieg. Auch die Heimatvereine greifen das große Thema auf - wie die Macher der Köllertaler Jahrbücher um Karl Heinz Janson. "Der Tod hielt reiche Ernte", "Bergarbeiter werden durch Frauen ersetzt" und "Russen kamen erstmals ins Köllertal", heißen Kapitel im dritten Band des Jahrbuches, den Janson zusammen mit den Bürgermeistern Klaus Häusle , Thomas Redelberger und Martin Speicher am Dienstagabend im Püttlinger Schlösschen vorstellte.

"Es war der erste industrialisierte Krieg, der an Opferzahlen und Grausamkeiten alle vorherigen Kriege auf dem europäischen Kontinent übertraf", schreibt Janson im Vorwort. Zudem erklärte er: 800 Köllertaler "im besten Mannesalter ließen auf den Schlachtfeldern ihr Leben. Ob sie sich dabei als Helden gefühlt haben, wie es an manchen Denkmälern steht, sei mal dahin gestellt." (Im Jahrbuch selbst ist irrtümlich nur von 767 Gefallenen die Rede, da die Liste der 33 Walpershofer Kriegs-Opfer in Folge von Computer-Problemen aus der Vorlage verschwunden war).

Neben dem Schwerpunktthema Weltkrieg enthält das Jahrbuch eine Vielzahl weiterer Beiträge. So erzählt Walter Brandstätter anhand vieler alter Fotos vom Aufstieg und Niedergang der Geschäftswelt in Walpershofen, Journalistin Monika Jungfleisch von Köllertaler Neubürgern aus der ehemaligen DDR, Jürgen Conrad vom Ende des Schachtbetriebes auf Viktoria und Willi Kreuzer von Münzfunden in Wahlschied.

Auch wichtige Geschehnisse aus dem Vorjahr sind festgehalten, wie der schlimme Klinikbrand in Püttlingen . Auch eine Chronik der wichtigsten Ereignisse 2014 im Köllertal gibt es.

Nachdem die vorherigen Bände in Riegelsberg und Heusweiler vorgestellt worden waren, war dieses Mal Püttlingen an der Reihe. Martin Speicher , Stadtoberhaupt der Gastgeberkommune, würdigte: "Nun liegt bereits die dritte Ausgabe vor, und es freut uns sehr, dass das Köllertaler Jahrbuch bisher in der Bevölkerung so großen Anklang gefunden hat - sicher auch ein Zeichen dafür, dass das Redaktionsteam Jahr für Jahr wichtige und interessante Themen auswählt."

Vorzeigeprojekt in der Region



Das Jahrbuch ist für Speicher außerdem ein Vorzeigeprojekt in Sachen kommunaler Zusammenarbeit. In der Jahrbuchredaktion arbeiten der Bergmanns- und Unterstützungsverein St. Barbara, die Heimatkundlichen Vereine Köllerbach und Püttlingen , das Kulturforum Köllertal, der Verein Heimatstube Riegelsberg und der Verein für Industriekultur und Geschichte Heusweiler-Dilsburg zusammen.