Schatzjagd beginnt im Köllertal

Heusweiler. Jetzt ist er da: Deana Zinßmeister, Bestseller-Autorin aus Heusweiler, hat mit "Das Pestzeichen" ihren neuesten Roman veröffentlicht, erschienen bei Goldmann. Damit hat sie ihren fünften historischen Roman vorgelegt. Nach Hexenverfolgung und Bauernkrieg wendet sich die Autorin nun der Pest zu

Heusweiler. Jetzt ist er da: Deana Zinßmeister, Bestseller-Autorin aus Heusweiler, hat mit "Das Pestzeichen" ihren neuesten Roman veröffentlicht, erschienen bei Goldmann. Damit hat sie ihren fünften historischen Roman vorgelegt. Nach Hexenverfolgung und Bauernkrieg wendet sich die Autorin nun der Pest zu. Ein gruseliger, schauriger, aber auch sehr spannender historischer Hintergrund.Dr. Dieter Staerk aus Saarbrücken und Dr. Johannes Dillinger, der - wie die Autorin - aus Lebach stammt, sorgten dafür, dass die Geschichte historisch auf festem Boden steht. Deana Zinßmeister stöberte in Staerks Privatbibliothek. Sie studierte Vorlesungen über die Pest auf vergilbten Blättern, fand Anregungen im Tagebuch eines Mönchs, das die Schrecken des 30-jährigen Krieges schildert, und sie las auch den Simplizissimus und "Die Pest" von Albert Camus. Einfach gestrickte Liebes-Geschichten liegen der Autorin nicht. "Ich brauche immer etwas Besonderes aus der Zeit", sagt sie. Diesmal entschied sie sich für das Thema Schatzsuche, ein Gebiet, über das Dillinger anhand von Gerichtsakten aus dem 17. Jahrhundert ein Fachbuch verfasst hat.

Ehe die Autorin ein Manuskript aus der Hand gibt, wird es von den Wissenschaftlern abgesegnet. "Nichts ist an den Haaren herbei gezogen, alles hätte so sein können", erklärt sie, und auch, dass sie beim Schreiben "immer einen Tick drauf setze".

Inspiration findet sie direkt vor der Haustür. Beim Spaziergang mit ihrem Hund Phönix im Frohnwald sammelt sie Eindrücke. "Ich sehe die Natur rundum und lasse meine Gedanken fließen", sagt Zinßmeister. Wie Laub unter den Füßen raschelt, wie es sich anfühlt, wenn man im Brombeergestrüpp hängenbleibt, wie der Herbst riecht, all diese Geräusche, Gerüche, Gefühle könne man nicht am Schreibtisch erfinden.

Wie Klerus und Adel gelebt hätten, sei hinreichend bekannt, meint Zinßmeister, und so wendet sie sich in ihren Romanen lieber den Menschen aus dem Volk zu, fragt sich, welche Ängste und Nöte sie hatten, welche Kämpfe sie ausfechten mussten. Deana Zinßmeister verwebt in ihren Romanen, was sie sieht, hört, erlebt. Die Figuren sind frei erfunden. Hauptperson ihres neuen Romans ist die 17-jährige Susanna.

Susanna ist ein Bauernmädchen aus Bietschied. Helmut Zinßmeister, der Ehemann der Autorin, ist dort in einem Gehöft aufgewachsen, das aus dem 19. Jahrhundert stammt. Das Bauernhaus im Roman, der 1652 spielt, stellt sich die Autorin ganz in der Nähe vor - einzeln stehende Gebäude, Viehstall, Backhaus aus Bruchsteinen und Holz errichtet.

Die Geschichte beginnt damit, dass Susanna zu Fuß von einem Besuch bei ihrer Tante in Brotdorf zurückkehrt. Schon von Weitem sieht sie Rauchsäulen aufsteigen und ahnt, dass etwas Schlimmes geschehen ist. Deana Zinßmeister ist es wichtig, dass die Geschichten einen lokalen Bezug haben, und dass die Leser die Schauplätze ansteuern können. Beim Spaziergang in Bietschied visualisiert sie einzelne Szenen aus dem Roman. Sie lässt Susannas Gegenspieler Jeremias oben am Wiesensaum entlang in Richtung Riegelsberg reiten und erzählt, wie sie sich vorgestellt hat, dass Susannas Geschwister in den Frohnwaldweiher hineinhüpfen.

Auf einen Blick

Buch: Deana Zinßmeister: Das Pestzeichen. Goldmann-Verlag, 9,99 Euro.

Lesungen: Freitag, 21. September, 20 Uhr, im Drachenwinkel in Dillingen-Diefflen (Beckinger Straße 1), Karten im Vorverkauf (vier Euro) gibt's im Drachenwinkel oder können per Mail vorbestellt werden bei: karmann@werk-zeugs.de. Mittwoch, 24. Oktober, 19 Uhr: Buchhandlung Klein in St. Wendel. hof