Schablonen gegen Schmierereien

Heusweiler. Um unkontrollierte Graffitibesprühungen auf den Betonflächen der Brücke im Bereich der Bus- und Saarbahnhaltestelle am Bahnhof zu vermeiden, hatte die Gemeinde Heusweiler in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) einen Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben (wir berichteten)

Heusweiler. Um unkontrollierte Graffitibesprühungen auf den Betonflächen der Brücke im Bereich der Bus- und Saarbahnhaltestelle am Bahnhof zu vermeiden, hatte die Gemeinde Heusweiler in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) einen Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben (wir berichteten). Acht Arbeiten waren von den Studenten im Rahmen einer Semesterarbeit eingereicht worden. Eine Jury, bestehend aus Vertretern der Verwaltung sowie den Gemeinderatsfraktionen CDU und Linke, kürte die ersten drei Preisträger (200 Euro für den Sieger) und vergab zusätzlich einen Sonderpreis für die originellste Idee.Zur Siegerin dieses Kunstwettbewerbes wurde Roxanna Flentea gekürt, die eine farbige Gestaltung und teilweise Verspiegelung der Betonflächen vorgeschlagen hatte. Die Gemeindeverwaltung fand die Idee sehr originell, sagte jedoch: "Von den Kosten und vom Verwaltungsaufwand her ist sie nicht zu verwirklichen." Deshalb schlug die Verwaltung dem Heusweiler Gemeinderat jetzt vor, den Entwurf des Zweitplatzierten, Jules Meiser, umsetzen zu lassen.

Meiser hatte sich mit der Eindämmung illegaler Graffiti im öffentlichen Raum auseinander gesetzt. Sein Entwurf sieht vor, die Wandflächen der Brücke mittels einer Schablonenbesprühung und mit bunten Mustern zu gestalten. Die Muster sollen einen Bezug zu Bus und Bahn haben und machen wilde Graffiti oder Schriftzüge schlecht lesbar. Und falls Sprayer die Flächen dennoch verunstalten, kann der Schaden dank Schablonentechnik leicht korrigiert werden, ohne dass diese Stellen als Reparaturflächen zu erkennen sind.

Das werde Sprayern auch den Reiz nehmen, dort willkürliche Besprühungen zu machen, so eine weitere Begründung der Verwaltung. 7000 Euro kostet die Umsetzung dieses Kunstwerkes. 20 000 Euro stehen im Haushalt bereit. "Die Maßnahme könnte also für weniger als die Hälfte des vorhergesehenen Betrages verwirklicht werden. Das ist ja auch was Positives", meinte Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU) in der Ratssitzung.

Treibholz als Sitzbank

Der Gemeinderat sah das genau so und stimmte dem Verwaltungsvorschlag einstimmig zu. Außerdem beschloss der Rat einstimmig, zusätzlich auch den Entwurf des Sonderpreis-Gewinners Alexander Karle wenigstens teilweise zu verwirklichen. Bildhauer Karle hatte unter anderem vorgeschlagen, einen großen alten Treibholzstamm im Bereich des Köllerbachs als Sitzbank anzubieten. Diese Idee gefällt Rat und Verwaltung.