Sauwasen wird zum Rock-Mekka

Köllerbach. Flugtickets, Hotelbetten, Gitarrenlärm und Bühnenschweiß: Ein ganzes Jahr ist Thilo Ziegler (Foto: SZ) durch die Welt gereist. Live-Gigs hören, die Szene erkunden, Kontakte knüpfen. Der Mann lebt in der Rock-Musik. Jetzt präsentiert er dem Saarland das Ergebnis

Köllerbach. Flugtickets, Hotelbetten, Gitarrenlärm und Bühnenschweiß: Ein ganzes Jahr ist Thilo Ziegler (Foto: SZ) durch die Welt gereist. Live-Gigs hören, die Szene erkunden, Kontakte knüpfen. Der Mann lebt in der Rock-Musik. Jetzt präsentiert er dem Saarland das Ergebnis. Thilo Ziegler ist einer der drei Veranstalter des saarländischen Festival-Flaggschiffs Rocco del Schlacko, und für den 22. und 23. August hat er bereits zum zehnten Mal internationale Klasse-Bands wie Mando Diao, Turbonegro, Kettcar oder The International Noise Conspiracy auf den Köllerbacher Sauwasen gelotst. Längst ist der "Rocco" zu einem Mammut-Ereignis geworden, das der südwestdeutschen Rock- und Indie-Szene seinen Stempel aufdrückt. Kartenanfragen, Blindbewerbungen, Spekulationen über Headliner und die Ausrichtung begleiten die komplette Planungsphase. Elf Mitarbeiter stehen Ziegler in seinem Saarbrücker Büro zur Seite, zwei Dutzend weitere schauen gelegentlich vorbei. An den Festival-Tagen gibt es ein üppiges Camping-Areal, 50 Lastwagen karren Bühnen-Equipment heran, und über den Sauwasen wuseln gut 1000 freiwillige Helfer. So richtig stolz ist Ziegler vor allem auf den starken Mittelteil. "Der macht die Qualität eines Festivals aus", sagt er. Am Nachmittags-Programm ist auch die rasante Entwicklung eines Bauchprojekts erkennbar, das vor rund zehn Jahren mit Schüler-Bands aus Püttlingen und Völklingen im Hauptprogramm gestartet war. Mittlerweile ziehen Bands wie Maden, Donots, Gogol Bordello oder Dúné bereits an den Nachmittagen gut 10000 Besucher aus Deutschland, Luxemburg, Belgien und Holland an. Nur Frankreich haben Ziegler und Kollegen inzwischen abgeschrieben. "Ganz andere Musikkultur", sagt Ziegler. Kaum ein anderer Veranstalter weiß so genau, welche Band gerade "zieht". Und kaum ein anderer Veranstalter ist derart rigoros, wenn es um die inhaltliche Ausrichtung eines Rock-Festivals geht. Die Indieband "Wir sind Helden" zum Beispiel wollte Ziegler in diesem Jahr nicht haben. "Weil das neue Album einfach mies war." Ein, zwei internationale Indie-Hämmer, ein paar deutsche Top-Adressen, ergänzt durch regionale Hoffnungsträger, die die Rocco-Bühne als Sprungbrett ins Profi-Geschäft nutzen können. "An diesem Muster wird sich nichts ändern", sagt Ziegler. Pilgerstätte wird der Rocco trotzdem werden. 7000 Karten wurden abgesetzt bis Juni. 11000 Menschen passen auf das Gelände. Ziegler ist sich sicher: "Das Ding kriegen wir voll."

Die Jungs von Kettcar präsentieren ihr neues Album. Foto: SZ/PR

Auf einen BlickDer zehnte Rocco del Schlacko geht am Freitag und Samstag, 22. und 23. August, jeweils ab 14.50 Uhr auf dem Gelände Herchenbach in Köllerbach über die Bühne. Auf dem Programm stehen No One Know, Eternal Tango, Grand Island, Dúné, Gogol Bordello, Madsen, Turbonegro und Mando Diao (Freitag) sowie Johnboy, Mikroboy, Jennifer Rostock, K.I.Z., The International Noise Conspiracy, Donots, Kettcar und Deichkind (Samstag). Einlass an beiden Tagen ist ab 14 Uhr. Parkplätze (zwei Euro) direkt neben dem Festivalgelände. Bereits Donnerstag um 16 Uhr öffnet das Campinggelände mit Live-Musik. Ab diesem Termin können noch Restkarten an der Tageskasse gekauft werden. Spätester Abreisetermin ist Sonntag, zwölf Uhr. Tickets gibt's für 39 Euro (komplett), 25 Euro (Ein-Tages-Ticket) und sieben Euro (nur Camping) an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Bus-Fahrzeiten, Anfahrt, Fan-Forum und weitere Infos im Internet. bba