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Sanierung des SKF-Geländes beendet

Sanierung des SKF-Geländes beendet

Püttlingen. Mit einem weinenden und einem lachendem Auge sei er hergekommen. Das bekannte am Montag der Püttlinger Beigeordnete Kunibert Jost, Anlass war das offizielle Ende des letzten von drei Sanierungs-Abschnitten auf dem Gelände des früheren Gleitlager-Werks der Schwedischen Kugellagerfabrik (SKF) in Köllerbach-Etzenhofen

Püttlingen. Mit einem weinenden und einem lachendem Auge sei er hergekommen. Das bekannte am Montag der Püttlinger Beigeordnete Kunibert Jost, Anlass war das offizielle Ende des letzten von drei Sanierungs-Abschnitten auf dem Gelände des früheren Gleitlager-Werks der Schwedischen Kugellagerfabrik (SKF) in Köllerbach-Etzenhofen. Immer noch bedauert Jost, der keine fünf Steinwürfe vom Etzenhofer Industriegebiet weg groß geworden ist, dass die Werksleitung 2004 das Ende der Produktion in Püttlingen beschlossen hatte. Andererseits: Die Stadt Püttlingen befinde sich derzeit in guten Verhandlungen mit SKF über den Erwerb des Geländes, so dass dann dort - vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates - neues Gewerbe angesiedelt werden könne, betonten Jost und Rainer Stein, Leiter des Eigenbetriebs Technische Dienste der Stadt Püttlingen.Ein bedeutender Schritt zur Neu-Nutzung des Geländes war die Übernahme eines großen Teils des ehemaligen Gleitlager-Werks durch die Firma Saar-Hartmetall. Dies sei, so Heinrich Schmitt, verantwortlicher Projektleiter von SKF Schweinfurt, "ein Glücksfall für die Stadt". In der Zwischenzeit hat ein weiterer Unternehmer, der Püttlinger Dirk Huppert, SKF-Gelände angekauft, um dort Baumaschinen zu veräußern beziehungsweise zu warten. "Mit weiteren Interessenten sind wir in guten Gesprächen", sagte Jost auf SZ-Nachfrage - deshalb sein lachendes Auge. "Wir haben alles getan, das ganze Gebiet altlastenfrei herzurichten, so dass die Stadt in die Lage versetzt wird, neue Infrastruktur zu schaffen", versicherte Projektleiter Schmitt. Dem Kugellager-Hersteller, der die komplette Sanierung einschließlich des spektakulären Abrisses der Werkhallen der Firma Witera aus Bürstadt anvertraut hatte, bescheinigten die Vertreter der Stadt Püttlingen, "einwandfreie Arbeit" geleistet zu haben: "Alle Auflagen wurden eingehalten." Zeitweise war, wie es der Gesetzgeber verlangt, bei den Arbeiten auch der Kampfmittel-Räumdienst hinzugezogen, es wurden aber keine Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Das belastete Erdreich wurde ausgetauscht. Der mit Öl getränkte Boden und das im Zuge der Bauarbeiten anfallende Wasser wurden mit Hilfe von Ölabscheidern und Aktivkohle gereinigt. Unbelastete Betonteile wurden zu Schotter verarbeitet, teilweise zum Wiederauffüllen des Geländes verwertet. Die gesamte Sanierung kostete rund vier Millionen Euro.

HintergrundVor Beginn der Sanierungsarbeiten von SKF Etzenhofen war das komplette Werksgelände 76 000 Quadratmeter groß. Nach bereits erfolgter Vermarktung steht jetzt noch eine Restfläche von 49 000 Quadratmetern zur Disposition. Die Abrissarbeiten wurden, auch im Vorfeld mit Untersuchungen, vom Riegelsberger Erdbaulabor Saar (ERS) begleitet. Abgetragen wurde, so Dr. Christoph Wettmann vom ELS, unter anderem: 48 900 Tonnen Bauschutt und Erdmassen (davon waren 33 600 Tonnen kontaminiert und mussten, wie 166 000 Liter Altöl, fachgerecht entsorgt werden), 122 Tonnen Hausmüll, 261 Tonnen Holz, 481 Tonnen Asphalt und Bitumen sowie 161 Tonnen asbesthaltige Teile wie Welleternit und Fensterbänke. Die Sanierung begann im Mai 2005 und wurde nun im April 2009 beendet. et