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Mehr als Glühwein und Plätzchen
Von A bis Z in den Advent hineinknabbern

Der Lichterumzug markierte am Freitagabend den Auftakt zum Püttlinger Weihnachtsdorf. Der Waldpädagoge Arnulf Staap und Esel Anton führten den Zug an.
Der Lichterumzug markierte am Freitagabend den Auftakt zum Püttlinger Weihnachtsdorf. Der Waldpädagoge Arnulf Staap und Esel Anton führten den Zug an. FOTO: Andreas Engel /
Köllertal. Ein unterhaltsamer Rundgang über die Weihnachtsmärkte in Püttlingen, Heusweiler und Riegelsberg. Von Walter Faas

Das Püttlinger Weihnachtsdorf belebt sich am Donnerstag. Countdown für das Bodenpersonal von Nikolaus & Co. Mit klammen Fingern, aber fröhlichen Gesichtern ziehen die Männer und Frauen Aufbauhelfer Strippen, Kabel, Blockhütten an ihren Platz, nicht zu vergessen den profanen, aber kaum entbehrlichen Karren fürs „kleine Geschäft“. Schließlich soll auch wirklich an alles gedacht sein.


Am Freitagabend merken die vielen Gäste nichts mehr von all diesen Anstrengungen. Püttlingen strahlt adventlich. Eine Sache fürs Gemüt allemal: Ein waschechter Esel namens Anton zieht eine urwüchsige Chaise. Der Platz auf dem Kutschbock gehört dem Hütehund Chantelle, die Zügel hält das Warndt-Original Arnulf Staap mit Rauschebart, Hirtenstock, Tirolerhütchen. Der eigentliche Püttlinger Weihnachtsdorf-Weihnachtsmann mit seinem Engel Clara sitzt hinten, dazwischen ist Platz für die Kinder. Kein Platz bleibt auf der Kutsche leer. Die Blauweißen blasen „Alle Jahre wieder“, „Lasst uns froh und munter sein“ und mehr. Die Köllervalleys singen, eine Eisprinzessin schneit vorbei, Kitas und Schulen beteiligen sich.

In Heusweiler heißt das Christkind Stella und hilft dem Nikolaus, Spendentüten zu verteilen. „Gott sei Dank ist der angekündigte Regen bis jetzt ausgeblieben“, freut sich Jan Weber am Samstag. Der sammelt, mit Johanna Swistlocki, Hilfsgelder für chronisch kranke Menschen in Afrika. „Wie überhaupt der soziale Gedanken bei diesem Weihnachtsmarkt im Vordergrund steht. Das kann man nicht deutlich  genug hervorheben“, sagt Besucher Peter Schmidt.



Stimmt! Der Kinderhospizdienst Saar ist vertreten, die Heusweiler Schulen, Vereine sowieso, und in den Spendenboxen landen die Scherflein für Apfel, Nuss, Mandelkern, handgemachte Kränze, Kunstgewerbe, Brotaufstriche, Mützen, Schals, Socken. Auch hier in Heusweiler klappert eine Kutsche über das Kopfsteinpflaster, gelenkt von Isolde Heintz, gezogen von den gelassen wirkenden Pferden Luzie und Asterix, gerne angenommen von den gut verpackten Kindern. Weder fehlen Mispeln noch Nordmanntannengestecke, und natürlich kann man sich von A wie Anisplätzchen bis Z wie Zimtwaffeln in den Advent hineinknabbern. Zu trinken gibt es mit und ohne Schuss, gerne heiß genommen bei sieben Grad Celsius (und nun doch einsetzendem Nieselregen).

Erneuter Ortswechsel! In Riegelsberg bläst ein putzmunteres Quintett, gut geschützt unterm Zeltdach, „Jingle Bells“. Manu Schweswig wippt, mit dem just erworbenen Tannenzweig mit farblich changierendem LED-Licht, den passenden Takt dazu. Später präsentieren Tom und Sue Lehmann Popklassik mit Schwerpunkt Weihnachten. Die Awo-Kita-Kinder singen, das Blasorchester spielt. Das Quartiersprojekt „Riegelsberg bewegt!“ stellt seine Ziele vor.

Gegen die unangenehm feuchte Kälte am Samstagabend helfen „Heiße Heidi“, „Lumumba“, Glühwein in allen Variationen. Mit Wonne beißen wir in die gut gezuckerten, heißen Bliesgau-Waffeln. Und wenn alle Stricke reißen, hilft ein Besuch in einem der Restaurants rund um den Riegelsberger Weihnachtsmarkt, die ebenfalls auf adventlich dekoriert und gut temperiert sind. Das Fazit überlassen wir dem Besucher Hans Friedrich Jenal: „Am Wetter kann man nichts ändern, aber das ist doch mal ein gelungener Einstieg in den Advent.“